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Handwerker hält ein Smartphone und stellt einer KI-App eine Frage zur Suche nach einem Betrieb.
Bei Google gefunden werden

Bei ChatGPT gefunden werden

So empfiehlt KI Ihren Handwerksbetrieb

Dirk Meißner 9 Min. Lesezeit
  • 58 % der KI-Quellen stammen von der eigenen Webseite
  • 50 % der Internetnutzer fragen auch mal eine KI statt Google

Damit ChatGPT Ihren Betrieb empfiehlt, braucht die KI zwei Dinge: saubere, überall gleiche Angaben über Ihren Betrieb und eine Webseite, die echte Kundenfragen beantwortet. Beides bekommen Sie an einem Nachmittag hin, und der wirksamste Teil kostet nichts.

Letztens hat mir ein Maler aus Freital erzählt, wie er einen Fliesenleger gesucht hat. Nicht bei Google. Er hat ChatGPT gefragt, wer im Raum Dresden gute Badsanierungen macht. Genau so läuft das inzwischen bei vielen. Eine Erhebung von Bitkom zeigt, dass rund die Hälfte der deutschen Internetnutzer zumindest manchmal einen KI-Chat statt der klassischen Suche nutzt. 67 Prozent nutzen generative KI überhaupt, 43 Prozent nutzen ChatGPT. Und wenn die KI dann einen Betrieb nennt, dann meistens nur einen oder zwei. Die Frage ist also nicht mehr nur, ob Sie bei Google auf Seite eins stehen. Die Frage ist, ob die KI Sie überhaupt kennt.

Auf einen Blick

Wie Deutschland heute sucht
50 %
nutzen auch mal KI statt der Suche
67 %
nutzen generative KI gelegentlich
43 %
nutzen ChatGPT für ihre Fragen

Was es heißt, bei ChatGPT gefunden zu werden

Den ersten Denkfehler räume ich gleich aus. Sichtbarkeit in einer KI funktioniert anders als Sichtbarkeit bei Google, und wer das verwechselt, arbeitet an der falschen Stelle.

Warum man in KI-Antworten nicht rankt, sondern zitiert wird

In einer KI-Antwort gibt es keine Plätze eins bis zehn. Sie können dort nicht nach oben klettern. Die KI sucht keine Liste, sie formuliert eine Empfehlung und stützt sich dabei auf das, was sie über Ihren Betrieb findet und für verlässlich hält.

Das heißt: Sie wollen nicht ranken, Sie wollen erkannt und zitiert werden. Dafür muss die KI verstehen, dass es Ihren Betrieb gibt, was Sie machen und wo Sie sitzen. Wenn diese Informationen sauber und an mehreren Stellen übereinstimmend vorliegen, traut sie sich, Sie zu nennen. Sind sie widersprüchlich oder lückenhaft, lässt sie Sie weg und nimmt jemand anderen. Ein Vorschlag, der falsch ist, schadet der KI mehr als einer, der fehlt.

Was GEO-Optimierung ist und wie sie zur Suchmaschinenoptimierung passt

GEO steht für die Optimierung auf generative Engines, also auf Systeme, die eine Antwort formulieren statt eine Trefferliste auszugeben. Der Begriff ist neu, die Arbeit dahinter ist es nicht.

GEO ersetzt klassische Suchmaschinenoptimierung nicht, es baut darauf auf. Die gute Nachricht für Sie: Fast alles, was die KI sehen will, sehen Google und Ihre Kunden auch gern. Vollständige Angaben, klare Antworten, ein erkennbarer Ort. Sie arbeiten also nie nur für die Maschine, und das unterscheidet dieses Thema von so mancher SEO-Mode der letzten Jahre.

Woher ChatGPT seine Empfehlungen nimmt

Damit Sie verstehen, warum die folgenden Schritte wirken, ein kurzer Blick hinter die Kulissen.

Welche Quellen ChatGPT bei lokalen Empfehlungen nutzt

Eine Untersuchung von BrightLocal hat ausgewertet, woher ChatGPT seine lokalen Empfehlungen nimmt. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit Abstand die wichtigste Quelle sind die Webseiten der Betriebe selbst mit rund 58 Prozent. Dann folgen Erwähnungen auf anderen Seiten mit etwa 27 Prozent und Branchenverzeichnisse mit rund 15 Prozent.

Woher ChatGPT lokale Empfehlungen zieht

Anteil an den Quellen, die ChatGPT bei lokalen Empfehlungen heranzieht. Auswertung von BrightLocal.

  • Eigene Unternehmenswebseite rund 58 %
  • Erwähnungen auf anderen Seiten etwa 27 %
  • Branchenverzeichnisse rund 15 %

Das dreht die übliche Reihenfolge um. Die meisten Betriebe stecken ihre Energie in Portale und Verzeichnisse und lassen die eigene Webseite seit Jahren stehen. Genau die ist aber der Hebel.

Warum ChatGPT über Bing sucht und nicht über Google

Wenn ChatGPT aktuelle Informationen braucht, holt es sie über eine Bing-Suche, nicht über Google. Das überrascht fast jeden, dem ich es erzähle, und es hat eine praktische Folge: Ihr Google-Profil ist wichtig, Ihr Auftritt bei Bing aber ebenso. Wer nur bei Google gepflegt ist, fehlt der KI genau an der Stelle, an der sie nachschaut.

Wie oft empfiehlt eine KI überhaupt einen lokalen Betrieb?

Seltener, als man denkt, und das ist Ihre Chance. Eine Auswertung des Anbieters SOCi zeigt, dass ausgerechnet ChatGPT nur rund 1,2 Prozent der lokalen Betriebe aktiv empfiehlt. Andere Dienste wie Gemini oder Perplexity nennen deutlich mehr. Bei ChatGPT ist der Kreis also sehr klein, und wer hineinkommt, hat meist klare und überall gleiche Angaben hinterlegt. Sie kämpfen nicht gegen Millionen. Sie müssen nur zu den wenigen gehören, die ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Dazu gehört noch ein Punkt, den man leicht übersieht. Auch Google blendet immer öfter eine eigene KI-Antwort über den normalen Treffern ein, die AI Overviews. In Deutschland erscheinen sie nach Auswertungen von SISTRIX bei rund 20 Prozent der Suchen, Tendenz steigend. Wenn sie erscheinen, klicken deutlich weniger Leute auf die Ergebnisse darunter. Umso wichtiger, dass Ihr Betrieb in der Antwort selbst vorkommt.

Ihre Einträge in Ordnung bringen

Jetzt zum praktischen Teil. Fünf Schritte wirken, und die ersten drei betreffen Ihre Einträge im Netz. Die kosten nichts außer einem Nachmittag.

Fünf Schritte, damit die KI Sie kennt
  1. Google-Profil pflegen

    Vollständig ausfüllen, Bewertungen sammeln und beantworten.

  2. Bing-Eintrag anlegen

    Kostenlos, in einer halben Stunde erledigt, fast immer vergessen.

  3. Daten angleichen

    Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch halten.

  4. Kundenfragen beantworten

    Echte Fragen als Überschrift, klare Antwort im ersten Satz.

  5. Strukturierte Daten setzen

    Der unsichtbare Zettel im Quelltext für Maschinen.

Das Google Unternehmensprofil als wichtigste Einzelquelle

Kein anderer Schritt bringt so viel. Tragen Sie alles ein: die richtige Kategorie, Ihre Leistungen, Öffnungszeiten, echte Fotos, die Telefonnummer. Sammeln Sie Bewertungen und antworten Sie darauf. Über Google Maps fließt dieses Profil in KI-Empfehlungen ein, und es ist gleichzeitig Ihr wichtigster lokaler Rankingfaktor bei Google selbst.

Wie Sie das Profil einrichten, bestätigen lassen und pflegen, steht Schritt für Schritt im Ratgeber zum Google Unternehmensprofil.

Bing-Eintrag anlegen, den Schritt vergessen fast alle

Genau deshalb lohnt er sich. ChatGPT zieht seine Live-Daten über Bing, und wenn Sie dort fehlen, fehlen Sie der KI an der entscheidenden Stelle. Den Eintrag legen Sie über Bing Places for Business an, seit dem Umbau Ende 2025 zu finden unter bing.com/forbusiness. Das ist kostenlos und in einer halben Stunde erledigt. Übernehmen Sie dabei exakt dieselben Angaben wie bei Google, Zeichen für Zeichen.

Ein Tipp aus der Praxis: Legen Sie sich Ihre Betriebsdaten einmal sauber in einer Notiz ab, mit der genauen Schreibweise von Firmenname, Straße und Telefonnummer. Dann tippen Sie nirgends etwas Abweichendes ein.

Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich halten

Das klingt banal und ist der häufigste Fehler überhaupt. Wenn Ihre Telefonnummer bei Google anders steht als auf der Webseite und im alten Branchenverzeichnis nochmal anders, wird die KI vorsichtig. Sie kann nicht entscheiden, welche Angabe stimmt, und lässt Sie im Zweifel weg.

Halten Sie die drei Angaben überall identisch, bis auf die Schreibweise genau. Warum schon eine abweichende Rechtsform oder ein fehlendes Leerzeichen zählt und wie Sie alte Einträge aufspüren, habe ich im Ratgeber über NAP-Daten auseinandergenommen.

So findet die KI Sie, oder eben nicht

So nicht

  • Nur bei Google eingetragen
  • Telefonnummer überall anders
  • Adresse in anderer Schreibweise
  • Alte Einträge nie geprüft

So besser

  • Google und Bing gepflegt
  • Telefonnummer überall identisch
  • Schreibweise in einer Notiz fixiert
  • Alte Einträge aufgespürt und korrigiert

Wie Ihre Webseite zitierfähig wird

Der wichtigste Hebel bleibt Ihre eigene Seite, denn von dort stammt der größte Teil der Quellen. Zitierfähig heißt: Die KI kann einen Abschnitt herausziehen und als Antwort verwenden, ohne etwas dazuzuerfinden.

Welche Inhalte zitiert eine KI am liebsten?

Antworten auf echte Fragen. Nicht Ihre Leistungsübersicht, nicht der Text über Ihre Firmenphilosophie, sondern das, was Kunden Sie tatsächlich fragen. Was kostet ein neues Bad ungefähr? Wie schnell können Sie kommen? Arbeiten Sie auch in meinem Ort? Übernehmen Sie kleine Reparaturen?

Schreiben Sie diese Fragen wörtlich auf Ihre Webseite, als Überschrift, und darunter eine kurze klare Antwort. Solche Abschnitte liefern genau das Format, das eine KI-Antwort braucht. Werbetexte liefern es nicht, weil dort nie eine Frage beantwortet wird.

Wie Sie einen Abschnitt schreiben, den die KI übernehmen kann

Ein zitierfähiger Abschnitt folgt einem festen Muster, das nebenbei auch Ihren menschlichen Lesern hilft. Die Kundenfrage steht als Überschrift darüber. Die Antwort folgt im ersten Satz darunter, nicht im dritten Absatz. Und Ort sowie Region stehen mitten im Text, nicht nur klein im Footer. Ein Satz wie „Ich erstelle Webseiten für Handwerksbetriebe in Wilsdruff, Dresden und Meißen“ ordnet Ihren Betrieb einer Gegend zu.

Dazu kommt ein vierter Punkt: Die Antworten brauchen etwas Greifbares, eine Preisspanne, einen Zeitraum, eine Stückzahl. Eine KI zitiert lieber einen Satz mit einer Zahl darin als eine allgemeine Aussage. Und was für die Aktualität gilt, ist ebenso einfach: Eine Seite, deren letzte Änderung Jahre zurückliegt, wird seltener herangezogen als eine, an der erkennbar noch jemand arbeitet. Zweimal im Jahr Preise, Leistungen und Öffnungszeiten durchgehen reicht völlig.

Woran die KI einen zitierfähigen Abschnitt erkennt
  • Die echte Kundenfrage steht als Überschrift darüber
  • Die Antwort steht im ersten Satz, nicht im dritten Absatz
  • Ort und Region stehen mitten im Fließtext
  • Im Text steht etwas Greifbares: Preisspanne, Zeitraum, Stückzahl
  • Die Angaben sind aktuell und werden zweimal im Jahr durchgesehen

Strukturierte Daten, der unsichtbare Zettel für Maschinen

Das ist der eine technische Punkt, und er ist schnell erklärt. Strukturierte Daten sind ein unsichtbarer Zettel im Quelltext Ihrer Seite, der Maschinen mitteilt: Das hier ist ein Handwerksbetrieb, das die Adresse, das die Öffnungszeiten, das eine Leistung. Der Besucher sieht davon nichts, die Maschine liest es sofort.

Ein Geheimschalter für die KI ist das allerdings nicht. Google schreibt ausdrücklich, dass es für die KI-Antworten in der Suche keine besonderen strukturierten Daten braucht. Den Ausschlag geben die Punkte davor: gepflegte Einträge, einheitliche Daten und klare Antworten auf Ihrer Seite. Strukturierte Daten gehören trotzdem zu einer sauberen Seite, weil sie Ihre Angaben für Suchmaschinen eindeutig machen. Wichtig ist nur, dass darin dasselbe steht wie im sichtbaren Text. Selbst nachrüsten lässt es sich nur mit etwas Technikwissen, weil es direkt im Quelltext steht. Bei jeder Seite, die ich erstelle, ist das von Anfang an drin, zusammen mit allem anderen aus meiner Leistungsübersicht.

Wie lange es dauert, bei ChatGPT gefunden zu werden

Zum Schluss die drei Missverständnisse, die mir zu diesem Thema am häufigsten begegnen.

Ersetzt GEO die Suchmaschinenoptimierung?

Nein, im Gegenteil. Die KI greift auf dieselben sauberen Einträge zu, die auch Ihr Google-Ranking stützen: das Unternehmensprofil, einheitliche Daten, gute Inhalte auf der eigenen Seite. Sie arbeiten mit einem Handgriff für beides. Wer Ihnen ein eigenes GEO-Paket neben der Suchmaschinenoptimierung verkaufen will, verkauft Ihnen dieselbe Arbeit zweimal.

Was kostet es, bei ChatGPT gefunden zu werden?

Vier der fünf Schritte kosten nichts außer Ihrer Zeit. Google-Profil, Bing-Eintrag, einheitliche Daten und die Antworten auf Kundenfragen erledigen Sie selbst an einem Nachmittag. Nur bei den strukturierten Daten brauchen die meisten Hilfe.

Und genau da liegt die ehrliche Grenze. Wenn Ihre Webseite so alt ist, dass sich dort nichts mehr sauber ergänzen lässt, bringt auch der beste Eintrag wenig. Dann fangen wir vorne an. Eine neue Seite gibt es bei mir ab 2.000 €, mit allen Texten und den strukturierten Daten von Anfang an. Wie das für Handwerksbetriebe in Sachsen abläuft, steht dort ausführlich.

Wie lange dauert es, bis die KI Sie kennt?

Rechnen Sie mit vier bis acht Wochen. Die Systeme aktualisieren ihre Daten nicht im Minutentakt, und ein frisch angelegter Bing-Eintrag muss erst einmal bestätigt und eingelesen werden. Wer jetzt anfängt, gehört zu den wenigen, die schon genannt werden, während die Konkurrenz noch nicht weiß, dass es dieses Thema gibt.

Tipp

Fangen Sie mit dem Google-Profil und dem Bing-Eintrag an. Das bringt am meisten, kostet nichts und ist an einem Nachmittag erledigt. Erste Effekte sehen Sie nach vier bis acht Wochen.

Ein anderes Thema ist übrigens, KI selbst im Betrieb einzusetzen, also Angebotstexte, Absagen und Stellenanzeigen davon schreiben zu lassen. Wie das geht und was dabei nichts in die öffentliche KI gehört, steht im Ratgeber über ChatGPT im Handwerk.

Fazit

Sichtbarkeit in der KI ist Fleißarbeit, kein Hexenwerk

Die KI-Suche ersetzt Google nicht von heute auf morgen. Aber sie wächst, und sie greift auf genau die Einträge zu, die Sie ohnehin pflegen sollten. Wer sein Google-Profil sauber hält, Bing nicht vergisst und auf der eigenen Webseite klar sagt, was er wo macht, hat den größten Teil schon erledigt.

Sie brauchen dafür kein großes Budget und keine Agentur mit Monatspauschale. Sie brauchen einen Nachmittag, etwas Sorgfalt und die Geduld, vier bis acht Wochen abzuwarten. Wenn Sie bei einem der Schritte unsicher sind, melden Sie sich. Ich schaue mir Ihren Betrieb an und sage Ihnen ehrlich, wo es hakt.

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