Bei ChatGPT gefunden werden: So empfiehlt KI Ihren Handwerksbetrieb

Letztens hat mir ein Maler aus Freital erzählt, wie er einen Fliesenleger gesucht hat. Nicht bei Google. Er hat ChatGPT gefragt: Wer macht im Raum Dresden gute Badsanierungen? Genau so läuft das inzwischen bei vielen. Eine Erhebung von Bitkom zeigt: Rund die Hälfte der deutschen Internetnutzer nutzt zumindest manchmal einen KI-Chat statt der klassischen Suche. Sieben Prozent machen das überwiegend, fünf Prozent fast nur noch so. Und wenn die KI dann einen Betrieb nennt, dann meistens nur einen oder zwei. Die Frage ist also nicht mehr nur, ob Sie bei Google auf Seite eins stehen. Die Frage ist, ob die KI Sie überhaupt kennt.
Auf einen Blick
- 50 %
- nutzen auch mal KI statt klassischer Suche
- 67 %
- nutzen generative KI zumindest gelegentlich
- 43 %
- nutzen ChatGPT
Warum man bei ChatGPT gefunden werden muss, nicht ranken
Den ersten Denkfehler räume ich gleich aus. In einer KI-Antwort gibt es keine Plätze eins bis zehn. Sie können dort nicht nach oben klettern wie bei Google. Die KI sucht keine Liste, sie formuliert eine Empfehlung. Und dafür greift sie auf das zurück, was sie über Ihren Betrieb findet und für verlässlich hält.
Das heißt: Sie wollen nicht ranken, Sie wollen erkannt und zitiert werden. Die KI muss verstehen, dass es Ihren Betrieb gibt, was Sie machen und wo Sie sitzen. Wenn diese Informationen sauber und an mehreren Stellen übereinstimmend vorliegen, traut sich die KI, Sie zu nennen. Wenn sie widersprüchlich oder lückenhaft sind, lässt sie Sie lieber weg und nimmt jemand anderen.
Das ist auch der Grund, warum ich das Thema ernst nehme, aber nicht überdramatisiere. Diese neue Disziplin heißt GEO, das steht für die Optimierung auf generative Engines. Sie ersetzt klassische Suchmaschinenoptimierung nicht. Sie baut darauf auf. Die gute Nachricht für Sie: Vieles, was die KI sehen will, sehen Google und Ihre Kunden auch gern. Sie arbeiten also nie nur für die Maschine.
Wo ChatGPT seine Informationen herholt
Damit Sie verstehen, warum die folgenden Schritte wirken, ein kurzer Blick hinter die Kulissen. Eine Untersuchung von BrightLocal hat ausgewertet, woher ChatGPT seine lokalen Empfehlungen nimmt. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit Abstand die wichtigste Quelle sind die Webseiten der Betriebe selbst, sie machen rund 58 Prozent aus. Dann folgen Erwähnungen auf anderen Seiten mit etwa 27 Prozent und Branchenverzeichnisse mit rund 15 Prozent. Die Live-Daten holt sich ChatGPT dabei nicht über Google, sondern über eine Bing-Suche. Das überrascht die meisten Betriebe, und genau hier liegen zwei Chancen, die fast keiner nutzt: die eigene Webseite und Bing.
Noch eine Zahl, die mich nachdenklich gemacht hat: Eine Auswertung von über 350.000 Standorten zeigt, dass ausgerechnet ChatGPT nur etwa 1,2 Prozent der lokalen Betriebe aktiv empfiehlt. Andere KI-Dienste wie Gemini oder Perplexity nennen deutlich mehr, aber gerade bei ChatGPT ist der Kreis sehr klein. Wer genannt wird, hat meist klare und überall gleiche Angaben über seinen Betrieb hinterlegt. Sie müssen also nicht gegen Millionen kämpfen. Sie müssen nur zu dem kleinen Kreis gehören, der seine Hausaufgaben gemacht hat.
Und noch etwas gehört zum ehrlichen Bild. Auch Google selbst blendet immer öfter eine KI-Antwort über den normalen Treffern ein, die sogenannten AI Overviews. In Deutschland erscheinen die bei rund 20 Prozent der Suchen, Tendenz steigend. Wenn sie erscheinen, klicken deutlich weniger Leute auf die Webseiten darunter. Umso wichtiger, dass Ihr Betrieb in der Antwort selbst auftaucht und nicht erst auf Platz vier darunter.
Bei ChatGPT gefunden werden: die sechs Schritte, die wirken
Jetzt zum praktischen Teil. Ich nenne Ihnen sechs Schritte in der Reihenfolge, in der ich sie auch selbst angehe. Die wichtigsten kosten nichts außer Zeit.
Google-Profil pflegen
Vollständig ausfüllen, Bewertungen sammeln und beantworten. Die wichtigste Einzelquelle.
Bing Places anlegen
Kostenlos und in einer halben Stunde erledigt. ChatGPT zieht seine Live-Daten über Bing.
Echte Fragen als FAQ
Kundenfrage als Überschrift, klare Antwort darunter. Das zitiert die KI gern.
Ort im Fließtext nennen
Ihre Region mitten im Text, nicht nur klein im Footer.
Strukturierte Daten ergänzen
Der unsichtbare Zettel im Quelltext, der Maschinen Ihren Betrieb erklärt.
Daten überall gleich halten
Name, Adresse und Telefon identisch, bei Google, Bing und auf der Webseite.
1. Google Unternehmensprofil komplett ausfüllen
Das ist die wichtigste Einzelquelle, kein anderer Schritt bringt so viel. Tragen Sie alles ein: richtige Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten, Fotos, Telefonnummer. Sammeln Sie Bewertungen und antworten Sie darauf. Ein gepflegtes Profil ist das Fundament. Über Google Maps fließt es direkt in die KI-Empfehlungen ein.
2. Bing Places anlegen
Den Schritt vergessen fast alle, und genau deshalb lohnt er sich. ChatGPT zieht seine Live-Daten über Bing. Wenn Sie dort nicht auftauchen, fehlen Sie der KI an einer entscheidenden Stelle. Ein Bing-Places-Eintrag ist kostenlos und in einer halben Stunde angelegt. Übernehmen Sie dieselben Angaben wie bei Google.
3. Echte Kundenfragen als FAQ beantworten
Schreiben Sie auf Ihre Webseite die Fragen, die Ihnen Kunden wirklich stellen. Was kostet ein neues Bad? Wie schnell können Sie kommen? Die Frage als Überschrift, darunter eine klare, kurze Antwort. Solche FAQ-Abschnitte zitiert die KI besonders gern, weil sie genau das Format liefern, das eine KI-Antwort braucht.
4. Ort und Region im Fließtext nennen
Schreiben Sie, wo Sie arbeiten, und zwar mitten im Text, nicht nur klein im Footer. Ein Satz wie: Ich erstelle Webseiten für Handwerksbetriebe in Wilsdruff, Dresden und Meißen. So hilft das der KI, Ihren Betrieb einer Region zuzuordnen. Übertreiben Sie es nicht, ein natürlicher Bezug reicht.
5. Strukturierte Daten ergänzen
Das ist der eine technische Punkt. Strukturierte Daten sind ein unsichtbarer Zettel im Quelltext, der Maschinen sagt: Das hier ist ein Betrieb, das die Adresse, das eine Leistung. Gerade die Betriebe, die von der KI genannt werden, haben solche Daten sauber hinterlegt. Wenn Sie das nicht selbst können, ist es eine kleine Sache für jemanden, der Webseiten erstellt.
6. Name, Adresse, Telefon überall gleich halten
Klingt banal, ist aber oft das Problem. Wenn Ihre Telefonnummer bei Google anders steht als auf der Webseite und bei Bing nochmal anders, wird die KI vorsichtig. Halten Sie diese drei Angaben überall identisch, bis auf den Punkt genau.
So nicht
- Nur bei Google eingetragen
- Telefonnummer überall anders
- Keine FAQ auf der Seite
- Ort nur klein im Footer
So besser
- Google und Bing gepflegt
- Name, Adresse, Telefon überall gleich
- Echte Kundenfragen beantwortet
- Region im Text genannt
Was Sie sich getrost sparen können
Zum Schluss räume ich mit drei Missverständnissen auf, die mir oft begegnen.
Erstens, der Glaube, GEO mache klassische Suchmaschinenoptimierung wertlos. Das Gegenteil stimmt. Die KI greift auf dieselben sauberen Einträge zu, die auch Ihr Google-Ranking stützen. Sie arbeiten doppelt für eine Sache.
Zweitens, die Sorge, das koste ein Vermögen. Tut es nicht. Die fünf wirksamsten Schritte sind kostenlos, nur die strukturierten Daten brauchen vielleicht ein bisschen Hilfe.
Drittens, die Erwartung, dass es sofort wirkt. Geben Sie der Sache vier bis acht Wochen. Die KI-Systeme aktualisieren ihre Daten nicht im Minutentakt. Wer früh anfängt, gehört aber zu den wenigen, die schon genannt werden, während die Konkurrenz noch nicht mal weiß, dass es das Thema gibt.
Tipp
Erste Effekte sehen Sie nach vier bis acht Wochen. Fangen Sie mit dem Google-Profil und Bing Places an. Das bringt am meisten und kostet nichts.
Fazit: Sichtbarkeit in der KI ist Fleißarbeit, kein Hexenwerk
Die KI-Suche ersetzt Google nicht von heute auf morgen. Aber sie wächst, und sie greift auf genau die Einträge zu, die Sie ohnehin pflegen sollten. Wer sein Google-Profil sauber hält, Bing nicht vergisst und auf der eigenen Webseite klar sagt, was er wo macht, hat den größten Teil schon erledigt.
Sie brauchen dafür kein großes Budget und keine Agentur mit Monatspauschale. Sie brauchen einen Nachmittag, etwas Sorgfalt und die Geduld, vier bis acht Wochen abzuwarten. Wenn Sie bei einem der Schritte unsicher sind, melden Sie sich. Ich schaue mir Ihren Betrieb an und sage Ihnen ehrlich, wo es hakt.
