Die häufigsten Fehler auf Handwerker-Webseiten sind fast immer dieselben sieben: eine Seite, die auf dem Handy klemmt, versteckte Kontaktdaten, Stockfotos, Texte ohne Aussage, fehlende Belege, veraltete Inhalte und eine Seite, die Google nicht einordnen kann. Die gute Nachricht steckt gleich daneben. Für keinen dieser Punkte brauchen Sie technisches Spezialwissen, und für die meisten brauchen Sie auch keine neue Webseite.
Wie verbreitet die Mängel sind, haben Sandra und Jörg Mosler von der Agentur Team handwerk-digital untersucht. Geprüft wurden 500 Betriebs-Webseiten aus fünf Gewerken in fünf Großstädten, die Deutsche Handwerks Zeitung hat die Ergebnisse im Juli 2025 veröffentlicht. 88 Prozent der Seiten geben keinerlei Auskunft über Preise. 78 Prozent zeigen kein Foto des Inhabers. Auf jeder zweiten Seite fehlt jede Kundenstimme, und nur 15 Prozent beantworten die Fragen, die Kunden tatsächlich stellen. Im Schnitt kamen die Betriebe auf 2,12 von 9 möglichen Punkten.
Auf einen Blick
- 88 %
- ohne Preisangabe
- 78 %
- ohne Foto vom Inhaber
- 84 %
- ohne Bewertungen
Vielleicht kennen Sie das selbst. Sie haben vor ein paar Jahren eine Webseite erstellen lassen, vielleicht sogar ordentlich Geld dafür bezahlt. Trotzdem ruft kaum jemand deshalb an. Die Seite steht einfach da. Ob in Freital, Meißen oder Coswig: Das Bild wiederholt sich bei Handwerksbetrieben und kleinen Unternehmen in ganz Sachsen.
Fehler auf der Handwerker-Webseite, die Besucher in Sekunden vertreiben
Zwei dieser Fehler wirken, bevor jemand ein einziges Wort auf Ihrer Seite gelesen hat. Sie kosten Sie den Besucher, während er noch mit dem Daumen über das Display fährt.
Warum verlieren Sie Kunden, wenn die Webseite auf dem Handy klemmt?
Weil der Besucher zurückgeht und den nächsten Treffer anklickt. Knapp die Hälfte aller Webseiten-Besuche in Deutschland kommt inzwischen vom Smartphone, im Juli 2026 waren es 49,4 Prozent gegenüber 49,0 Prozent am Computer (StatCounter). Wer bei Ihnen zoomen und quer scrollen muss, ist längst bei der Konkurrenz, bevor er überhaupt gesehen hat, was Sie anbieten.
Machen Sie den schnellsten aller Tests. Rufen Sie Ihre eigene Webseite auf dem Handy auf und stoppen Sie die Zeit. Finden und antippen Sie Ihre Telefonnummer in unter zehn Sekunden? Läuft der Text sauber in einer Spalte, ohne dass Sie seitlich schieben müssen? Sind die Schaltflächen so groß, dass Sie sie mit dem Daumen treffen, auch mit Arbeitshandschuh? Bei jedem Nein haben Sie eine Baustelle gefunden. Was dann zu tun ist, steht ausführlich in meinem Ratgeber Webseite mobil optimieren.
Den Handytest habe ich am 03.10.2026 auch bei mir gemacht. Meine Leistungsseite lag am Handy bei PageSpeed 89 bis 91, der größte sichtbare Inhalt erschien erst nach 3,5 Sekunden. Nach drei Änderungen, nämlich dem früheren Laden des Cookie-Hinweises, gebündeltem CSS und kleineren Bildern, stand sie bei 93 Punkten und 2,9 Sekunden.
Wohin gehören Telefonnummer und E-Mail auf der Homepage?
In den Kopfbereich jeder einzelnen Seite, nicht nur ins Impressum. Auf dem Handy zusätzlich als Schaltfläche, die den Anruf direkt startet.
Ein Hausbesitzer aus Radebeul sucht einen Maler. Er findet Ihre Webseite, die Arbeit gefällt ihm. Jetzt will er anrufen. Er scrollt nach unten. Nichts. Er öffnet das Menü. Keine Schaltfläche zum Anrufen. Er klickt auf das Impressum und findet dort endlich die Nummer. Vielleicht. Oder er hat längst aufgegeben und den nächsten Betrieb angerufen.
Rechnen Sie einmal mit Ihren eigenen Zahlen nach, was das kostet. Nehmen wir 200 Besucher im Monat. Etwa die Hälfte davon kommt vom Handy, das sind rund 100. Springt jeder Zehnte ab, weil er die Nummer nicht antippen kann, verlieren Sie 10 Kontakte im Monat. Wird aus jedem zehnten Kontakt ein Auftrag, fehlt Ihnen ein Auftrag pro Monat. Bei einem Durchschnittsauftrag von 1.500 Euro sind das 18.000 Euro im Jahr, allein wegen einer Telefonnummer, die man nicht antippen kann. Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein, die Größenordnung überrascht die meisten.
Die Lösung dauert eine halbe Stunde. Telefonnummer und E-Mail-Adresse gehören sichtbar auf jede Seite, am besten ganz oben. Auf dem Smartphone wird die Nummer zur Anruf-Schaltfläche. Und unter jede Leistungsbeschreibung kommt ein klarer Satz wie „Interesse? Rufen Sie mich an, ich schaue mir das an.“
Fehler, die Vertrauen kosten, bevor jemand anruft
Ihre Kunden lassen Sie in ihr Haus, in ihre Wohnung, an ihre Heizung. Diese Entscheidung trifft niemand nach Aktenlage, sondern nach Bauchgefühl. Die nächsten drei Fehler sorgen dafür, dass dieses Bauchgefühl gegen Sie ausfällt.
Stockfotos oder echte Bilder aus dem Betrieb?
Immer die echten Bilder, selbst wenn sie technisch schlechter sind. Sie kennen die Alternative: der lächelnde Mann mit Schutzhelm und erhobenem Daumen, das makellose Badezimmer aus dem Katalog, die vier Handwerker, die mit verschränkten Armen in die Kamera grinsen. Solche Bilder stehen auf tausenden Webseiten gleichzeitig.
Ihr potenzieller Kunde erkennt das. Vielleicht nicht bewusst, aber er spürt: Das ist nicht echt. Und Vertrauen entsteht durch Echtheit, nicht durch glattgebügelte Agenturbilder.
Der Weg dahin ist kleiner, als die meisten denken. Nehmen Sie sich auf der nächsten Baustelle zwanzig Minuten. Ein Bild vom Zustand vor Beginn, ein Bild vom fertigen Ergebnis, dazu eines von Ihren Leuten bei der Arbeit. Das darf mit dem Handy sein, Tageslicht genügt. Drei Baustellen später haben Sie neun Bilder und damit mehr Substanz als jeder Katalog. Ein ehrliches Foto von einer fertig verlegten Terrasse überzeugt mehr als jedes gekaufte Motiv.
Stockfoto
- Generisch
- Gestellt
- Austauschbar
- Kein Vertrauen
Echtes Projektfoto
- Authentisch
- Konkret
- Einzigartig
- Vertrauensbildend
Woran erkennt ein Kunde, dass Sie Ihre Arbeit können?
An Belegen, die von anderen stammen und nicht von Ihnen. Bewertungen, Projektbeispiele, Meisterbrief, Innungszeichen. Genau daran fehlt es am häufigsten: Nur 16 Prozent der 500 geprüften Seiten zeigten überhaupt Bewertungen, und auf jeder zweiten war weder der Inhaber noch das Team zu sehen.
Dabei haben die meisten Betriebe zufriedene Kunden. Sie nutzen sie nur nicht. Von selbst denkt kaum jemand an eine Bewertung, gefragt sagen die meisten gern Ja. Legen Sie sich einen Satz zurecht, den Sie am Ende jedes Auftrags sagen können: „Wenn Sie zufrieden sind, würden Sie mir bei Google zwei Sätze dalassen? Ich schicke Ihnen den Link gleich per WhatsApp.“ Der Link zu Ihrem Bewertungsformular liegt fertig im Google-Unternehmensprofil, Sie müssen ihn einmal heraussuchen und im Handy speichern.
Bewertungen
Nach jedem Auftrag danach fragen und den Link per WhatsApp schicken.
Projektfotos
Zwei Bilder je Baustelle, vorher und nachher, genügen völlig.
Meisterbrief
Urkunde und Innungszeichen sichtbar auf die Startseite stellen.
Kundenstimmen
Zwei echte Sätze mit Vorname und Ort wirken stärker als eine Lobrede.
Woran erkenne ich, dass meine Firmenwebseite veraltet ist?
An drei Stellen, die Sie in fünf Minuten prüfen können: dem letzten Eintrag im Neuigkeiten-Bereich, dem Teamfoto und den Angaben zu Öffnungszeiten und Telefon. Wenn der letzte Beitrag von 2021 stammt, fragt sich jeder Besucher, ob es den Betrieb überhaupt noch gibt. Veraltete Inhalte wirken wie ein Schild mit der Aufschrift „Hier kümmert sich niemand drum.“
Das betrifft mehr als den News-Bereich. Der Geselle, der letztes Jahr gegangen ist, lächelt noch auf der Über-uns-Seite. Die Telefonnummer hat sich geändert, auf drei Unterseiten steht aber noch die alte. Und die Leistung, die Sie seit zwei Jahren am häufigsten verkaufen, taucht nirgends auf.
Mein Rat dazu ist unbequem, aber ehrlich. Wenn Sie keinen Blog oder News-Bereich pflegen wollen, lassen Sie ihn weg. Eine Handwerker-Webseite wird durch einen leeren Blog nicht besser. Tragen Sie sich stattdessen zweimal im Jahr einen Termin ein, an dem Sie Telefonnummer, Leistungen, Teamfotos und Öffnungszeiten durchgehen. Das dauert eine halbe Stunde und wirkt Wunder. Welche Signale sonst noch für einen Relaunch sprechen, habe ich in Webseite veraltet: 6 Warnsignale zusammengestellt.
Fehler auf Handwerker-Webseiten, die Google nicht verzeiht
Die letzten beiden Fehler merken Sie nicht am Bildschirm, sondern am Telefon, das still bleibt. Sie sorgen dafür, dass Ihre Seite bei den Suchen, die Aufträge bringen, gar nicht erst auftaucht.
Warum bringt meine Handwerker-Homepage keine neuen Kunden?
„Qualität und Zuverlässigkeit seit 1995.“ „Ihr kompetenter Partner für alle Arbeiten rund ums Haus.“ „Wir stehen für erstklassige Handwerksleistungen.“ Solche Sätze klingen professionell und sagen Ihrem Besucher genau nichts. Der Grund liegt meistens darin, dass die Texte nicht sagen, was der Betrieb konkret macht. Der Besucher will wissen: Was machen Sie konkret? Kommen Sie zu mir? Was kostet das grob?
Worthülsen haben ein zweites Problem. Google kann damit nichts anfangen. Wenn auf Ihrer Seite nirgends steht, dass Sie Bäder fliesen, Fassaden dämmen oder Dächer decken, wird Ihre Seite bei genau diesen Suchanfragen auch nicht angezeigt. Sie konkurrieren dann mit hunderten Handwerker-Webseiten in Sachsen, die konkreter sind als Sie. Warum eine Seite trotz gutem Design still bleibt, habe ich im Ratgeber Webseite bringt keine Anfragen auseinandergenommen.
Der Ausweg ist simpel. Schreiben Sie so, wie Sie einem Kunden am Telefon antworten würden. Statt „Wir bieten ein breites Leistungsspektrum im Bereich Sanitär“ schreiben Sie: „Ich repariere Ihren Wasserhahn, baue Ihr Bad um und installiere Ihre neue Heizung. In Dresden und Umgebung.“ Wenn Ihnen das Schreiben schwerfällt, sprechen Sie es Ihrem Handy als Sprachnachricht vor und tippen Sie es danach ab. Gesprochen formuliert fast jeder konkreter als geschrieben.
Was fehlt, wenn Google Ihre Handwerker-Webseite nicht findet?
Sie können die schönste Webseite haben: Wenn Google sie nicht einordnen kann, existiert sie für Ihre Kunden praktisch nicht. Meistens fehlen dafür nur drei Grundlagen, die sich schnell nachholen lassen. Viele Handwerker-Webseiten sind technisch so angelegt, dass Suchmaschinen sie nur schwer lesen können: fehlende Seitentitel, keine Beschreibungstexte, dieselben Inhalte auf mehreren Unterseiten, lange Ladezeiten.
Profil anlegen
Google-Unternehmensprofil kostenlos eintragen und bestätigen lassen.
Leistungsseiten
Je Hauptleistung eine eigene Unterseite mit echtem Text.
Titel setzen
Jede Seite bekommt einen eigenen Titel und eine kurze Beschreibung.
Diese drei Punkte kosten nichts außer Zeit und fehlen trotzdem auf den meisten Seiten. Das Unternehmensprofil ist dabei der schnellste Hebel, weil es auch ohne starke Webseite in der Kartenansicht auftaucht.
So verbessern Sie Ihre Handwerker-Webseite Schritt für Schritt
Sie müssen die sieben Punkte nicht gleichzeitig anpacken. Sinnvoller ist, erst zu prüfen, wo Sie wirklich stehen, und dann dort anzufangen, wo der Hebel am größten ist.
Der Zehn-Minuten-Selbsttest für Ihre Webseite
Drei Handgriffe genügen, um Ihre Seite ehrlich einzuschätzen.
Nehmen Sie zuerst Ihr Handy und rufen Sie Ihre Webseite auf, als wären Sie ein fremder Kunde. Können Sie in zehn Sekunden anrufen? Erkennen Sie auf den ersten Bildern echte Arbeit aus Ihrem Betrieb?
Suchen Sie danach bei Google nach Ihrer wichtigsten Leistung plus Ihrem Ort, zum Beispiel „Dachdecker Wilsdruff“ oder „Elektriker Freital“. Tauchen Sie auf der ersten Seite auf, in der Kartenansicht oder in den Treffern darunter? Falls nirgends, fehlen Ihnen Texte und ein Unternehmensprofil. Eine zweite Meinung liefert der kostenlose Website-Check, der Ihre Seite in 30 Sekunden durchgeht.
Lesen Sie zum Schluss Ihre Startseite laut vor. Steht dort ein Satz, der genauso auf den Betrieb im Nachbarort passen würde, ist er austauschbar und gehört umgeschrieben.
- Auf dem Handy muss man zoomen und schieben
- Die Telefonnummer steht nur im Impressum
- Auf den Fotos arbeiten fremde Leute
- Die Texte nennen keine konkrete Leistung
- Nirgends steht, was andere Kunden sagen
- Der letzte Eintrag ist Jahre alt
- Bei Leistung plus Ort taucht die Seite nirgends auf
In welcher Reihenfolge lohnt sich die Arbeit?
Erst die Erreichbarkeit, dann die Beweise, zum Schluss die Sichtbarkeit. Telefonnummer nach oben und die Seite einmal am Handy durchgehen kostet Sie einen Vormittag und wirkt sofort, weil es die Besucher betrifft, die schon da sind. Fotos und Bewertungen brauchen ein paar Wochen, weil Sie sie im laufenden Betrieb einsammeln. Texte und Google-Sichtbarkeit zeigen ihre Wirkung erst nach zwei bis drei Monaten, sind dafür aber die Punkte, die dauerhaft neue Anfragen bringen.
Wer diese Reihenfolge umdreht und mit Suchmaschinenoptimierung anfängt, während die Telefonnummer im Impressum versteckt bleibt, holt mehr Besucher auf eine Seite, die sie ohnehin wieder verlässt.
Lohnt sich das, wenn Kunden über Empfehlung kommen?
Ja, und dann sogar besonders. Empfehlungen bringen Ihnen den Namen, den Auftrag entscheidet die Webseite. Wer Ihren Betrieb empfohlen bekommt, tippt ihn zuerst bei Google ein. Findet er dann eine Seite von 2019 mit Katalogbildern, wirkt die Empfehlung schwächer als vorher. Ihre Webseite ist der Beleg, den Ihr Empfehlungsgeber selbst nicht liefern kann.
Der zweite Einwand kommt fast immer hinterher: die Zeit. Der stimmt sogar. Deshalb sind die Punkte in diesem Artikel so sortiert, dass die schnellen zuerst kommen. Kontaktdaten, Handy-Ansicht und die halbjährliche Aktualisierung schaffen Sie zwischen zwei Baustellen. Fotos sammeln Sie nebenbei ein. Anders sieht es bei Texten, Struktur und technischer Sichtbarkeit aus. Das ist der Punkt, an dem Selbermachen für die meisten Betriebe teurer wird als Abgeben, weil es Wochen frisst und am Ende trotzdem selten trägt. Genau da nehme ich Ihnen die Arbeit ab und erstelle die Webseite für Ihren Handwerksbetrieb, Texte inklusive. Sie liefern das Fachwissen und die Bilder, den Rest mache ich.
Fazit
Die meisten Fehler auf Handwerker-Webseiten sind vermeidbar
Keine der sieben Schwachstellen aus diesem Artikel erfordert technisches Spezialwissen oder ein großes Budget. Was es braucht, ist der ehrliche Blick auf die eigene Webseite. Und die Bereitschaft, ein paar Dinge zu ändern.
Fangen Sie mit den beiden Punkten an, die eine Stunde dauern und nichts kosten: Telefonnummer nach oben, Seite einmal auf dem Handy durchklicken. Alles Weitere können Sie in Ruhe hinterherschieben. Und wenn Sie an einer Stelle hängenbleiben, schreiben Sie mir. Ich sage Ihnen geradeheraus, was an Ihrer Seite funktioniert und was nicht.

