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Handwerker liest am Schreibtisch einen Bewilligungsbescheid, Symbol für Fördermittel einer Webseite in Sachsen.
Webseite planen und bauen

Fördermittel für die Website in Sachsen

Wer jetzt noch einen Zuschuss bekommt

Dirk Meißner aktualisiert am 8 Min. Lesezeit
  • 60 % Zuschuss auf die förderfähigen Projektkosten
  • 10.000 € Höchstbetrag je Förderprojekt in Sachsen

Fördermittel für die Website in Sachsen bekommen derzeit nur noch Betriebe in der Stadt Leipzig, im Landkreis Leipzig und in Nordsachsen, denn nur dort nimmt die SAB seit dem 17. Juli 2026 noch Anträge an. Gefördert werden Webseiten mit digitalen Zusatzfunktionen, mit bis zu 60 Prozent und höchstens 10.000 Euro. Wo Sie den aktuellen Stand prüfen und was Sie bei gesperrter Region tun, steht in diesem Beitrag.

Ein Heizungsbauer aus Grimma wollte endlich eine vernünftige Webseite mit Online-Terminbuchung. Drei Angebote lagen auf dem Tisch, das günstigste bei 5.500 Euro. Geld, das er lieber in einen neuen Monteur investiert hätte. Dann erzählte ihm ein Kollege von der Innungsversammlung, dass Sachsen genau solche Projekte fördert. Sechs Wochen später hatte er den Bewilligungsbescheid in der Hand. 3.300 Euro Zuschuss, kein Darlehen, kein Kleingedrucktes.

Diese Förderung gibt es weiterhin. Nur ist sie seit dem 17. Juli 2026 nicht mehr überall in Sachsen zu haben. Der Kollege aus Grimma hätte heute noch Glück, ein Betrieb aus Dresden oder Chemnitz dagegen nicht. Woran das liegt, wer aktuell noch zum Zug kommt und was Sie tun, wenn Ihre Region gesperrt ist, steht hier.

Wie es aktuell um die Förderung für Ihre Website in Sachsen steht

Der wichtigste Fördertopf für Handwerk und Mittelstand in Sachsen heißt EFRE-Digitalisierungszuschuss. Er läuft in der Förderperiode bis 2027 und wird über die Sächsische Aufbaubank abgewickelt, kurz SAB. Das Programm selbst ist aktiv. Die Frage ist nur, ob Ihre Region noch Anträge annimmt.

Warum in weiten Teilen Sachsens gerade kein Antrag mehr möglich ist

Das Geld für diese Regionen ist ausgeschöpft. Die SAB schreibt es offen auf ihre Seite: Aufgrund der hohen Inanspruchnahme können in einer Reihe von Regionen aktuell keine Anträge mehr entgegengenommen werden. Betroffen sind seit dem 17. Juli 2026 die Stadt Dresden, die Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie die Stadt Chemnitz mit dem Erzgebirgskreis, Mittelsachsen, dem Vogtlandkreis und dem Landkreis Zwickau.

Das ist der halbe Freistaat und trifft ausgerechnet den Raum, in dem die meisten meiner Kunden sitzen. Ich sage das lieber deutlich, als Ihnen einen Zuschuss in Aussicht zu stellen, den Sie im Moment nicht beantragen können.

Ohne Zuschuss zählt vor allem, dass Sie vorher wissen, was die Seite kostet. Bei mir startet eine Website mit einem Festpreis ab 2.000 €, den Sie schriftlich vor dem Start bekommen, und genau den zahlen Sie am Ende. Der größte Preistreiber ist der Umfang, also die Zahl der Seiten. Zu Beginn zahlen Sie eine kleine Anzahlung, den Rest erst, wenn die Seite fertig ist und Ihnen gefällt.

In welchen Regionen noch Anträge angenommen werden

In dreien. Offen sind die Stadt Leipzig, der Landkreis Leipzig und der Landkreis Nordsachsen. Sie zählen förderrechtlich zur sogenannten stärker entwickelten Region und haben einen eigenen Mitteltopf, der noch nicht leer ist.

Wenn Ihr Betrieb dort sitzt, sollten Sie zügig sein. Was in den anderen Regionen passiert ist, kann auch hier passieren, und ein Datum für eine Wiederöffnung der gesperrten Gebiete nennt die SAB nicht.

Wo Sie den Stand selbst nachschauen

Fangen Sie bei der Sächsischen Aufbaubank an. Auf ihrer Seite zur Förderrichtlinie Digitalisierung steht der Hinweis zum Antragsstopp ganz oben, samt Regionenliste. Danach lohnt der Blick in die Förderdatenbank des Bundes, wenn Sie über Sachsen hinausschauen wollen. Und Ihre Handwerkskammer oder IHK kennt den regionalen Stand meist am schnellsten und berät Sie kostenlos.

Machen Sie das an dem Tag, an dem Sie ernsthaft planen, und nicht auf Basis eines Ratgebers von vor zwei Jahren. Förderprogramme ändern sich schneller als jeder Blogartikel.

Achtung

Seit dem 17. Juli 2026 nimmt die SAB nur noch in der Stadt Leipzig, im Landkreis Leipzig und in Nordsachsen Anträge an. Prüfen Sie den Stand für Ihre Region immer direkt bei der SAB, bevor Sie planen.

Welche Webseiten überhaupt förderfähig sind

Hier liegt der zweite große Irrtum. Auch in einer offenen Region bekommt nicht jede Webseite Geld. Die Richtlinie fördert gezielt Projekte, die echte Geschäftsprozesse digitalisieren, und sie sagt sehr genau, was das heißt.

Was der Freistaat als Digitalisierungsprojekt anerkennt

Alles, was einen betrieblichen Ablauf verändert, statt ihn nur abzubilden. Eine Online-Terminbuchung, über die Kunden selbst reservieren. Ein Online-Shop für Material, Ersatzteile oder Leistungen. Eine Kundenverwaltung, die Anfragen automatisch erfasst und weiterleitet.

Ein Frisörsalon in Radebeul lässt eine Webseite mit Online-Terminbuchung erstellen. Kunden buchen rund um die Uhr, das Telefon klingelt seltener, die Mitarbeiterin an der Rezeption hat wieder Zeit für die Kunden im Laden. Das ist ein digitalisierter Geschäftsprozess. Genau das will die Förderung anstoßen. Ob sich so eine Buchung für Ihr Gewerk überhaupt lohnt, habe ich im Ratgeber zur Online-Terminbuchung für Handwerker durchgerechnet.

Was ausdrücklich nicht gefördert wird

Die Richtlinie führt die Ausschlüsse namentlich auf, und die Liste ist für Webseiten-Projekte sehr aufschlussreich. Nicht förderfähig sind Standard-Webseiten zur Unternehmens- und Produktpräsentation. Ebenso wenig Standard-Shop-Vorlagen ohne zusätzliche Anpassungsleistungen und Standard-Maßnahmen im Online-Marketing, wozu die Richtlinie ausdrücklich Suchmaschinenoptimierung, Display-Werbung und Content-Marketing zählt.

Draußen sind außerdem Standardsoftware wie Bürosoftware und Betriebssysteme, die technische Grundausstattung von Notebook bis Telefon sowie reine Beratungskosten ohne anschließende Umsetzung. Wer also hofft, sich eine SEO-Betreuung fördern zu lassen, sucht an der falschen Stelle.

Warum eine Visitenkarten-Webseite leer ausgeht

Weil sie genau das ist, was die Richtlinie ausschließt: eine Unternehmenspräsentation. Eine Zimmerei aus Bautzen, die eine Startseite, eine Leistungsübersicht und ein Kontaktformular braucht, bekommt dafür kein Fördergeld. Die Seite ist trotzdem sinnvoll und rechnet sich über die Anfragen, nur eben aus eigener Tasche.

Das ist keine Willkür. Der Freistaat will Prozesse anstoßen, nicht Werbung bezahlen. Wer das versteht, spart sich einen abgelehnten Antrag und die Wochen, die daran hängen.

Welche Webseiten werden gefördert?

Förderfähig

  • Online-Terminbuchung für Kunden
  • Online-Shop für Material und Leistungen
  • Kundenverwaltung, die Anfragen automatisch erfasst
  • Abläufe, die verändert und nicht nur abgebildet werden

Nicht förderfähig

  • Standard-Webseite zur Unternehmenspräsentation
  • Standard-Shop-Vorlage ohne Anpassung
  • Suchmaschinenoptimierung und Online-Werbung
  • Beratung ohne anschließende Umsetzung

Der EFRE-Digitalisierungszuschuss im Detail

Wenn Ihre Region offen ist und Ihr Vorhaben passt, lohnt sich der Blick auf die Konditionen. Sie sind für ein Landesprogramm ungewöhnlich großzügig.

Wie hoch ist der Zuschuss und was ist die Obergrenze?

Bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens 10.000 Euro. Bei einem Projekt für 8.000 Euro wären das bis zu 4.800 Euro, die Sie nicht selbst aufbringen müssen. Ihr Eigenanteil liegt dann bei 3.200 Euro.

Zwei Dinge kommen hinzu. Das Projekt muss mindestens 5.000 Euro kosten, kleinere Vorhaben fallen durch das Raster. Und wer während der gesamten Projektlaufzeit tarifgebunden ist oder tarifgleiche Löhne zahlt, bekommt zehn Prozentpunkte Fördersatz obendrauf. Die Laufzeit beträgt höchstens 12 Monate und wird nicht verlängert.

Wer ist antragsberechtigt?

Für diesen 60-Prozent-Satz kommen Kleinstunternehmen und Angehörige der Freien Berufe mit Sitz oder Betriebsstätte in Sachsen in Frage, also Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten. Die Richtlinie nennt das ein Heranführungsprojekt, und sie setzt voraus, dass der Betrieb vorher noch kein Digitalisierungsprojekt durchgeführt hat.

Für größere Betriebe gibt es die sogenannten Transformationsprojekte mit anderen Sätzen und höheren Obergrenzen. Wo genau Ihr Betrieb einsortiert wird, klärt die SAB im Beratungsgespräch. Für den typischen Handwerksbetrieb mit fünf bis acht Leuten ist das Heranführungsprojekt der richtige Weg.

Wann kommt das Geld auf Ihr Konto?

Am Ende, nicht vorher. Zwischenzahlungen sieht das Programm nicht vor. Sie zahlen Ihre Rechnungen zunächst selbst, reichen nach Abschluss des Projekts einen Verwendungsnachweis über das Förderportal ein, und danach wird erstattet.

Das ist der Punkt, den ich in Gesprächen am häufigsten nachschieben muss. Ein Betrieb, der mit 3.900 Euro Zuschuss kalkuliert, muss die vollen 6.500 Euro trotzdem erst einmal aufbringen. Planen Sie das in Ihrer Liquidität ein, sonst wird aus einer guten Förderung ein unnötiger Engpass.

Auf einen Blick

Der EFRE-Zuschuss in Zahlen
60 %
Zuschuss auf die Projektkosten
10.000 €
Höchstbetrag je Projekt
5.000 €
Mindestkosten je Projekt

Der häufigste Fehler ist ein zu später Antrag

Ein Elektriker aus Chemnitz hat sich eine Webseite mit Online-Konfigurator für Solaranlagen erstellen lassen. 7.200 Euro. Förderfähig? Auf jeden Fall. Trotzdem hat er keinen Cent bekommen. Er hatte den Auftrag erteilt, bevor er den Förderantrag gestellt hat.

Warum der Antrag vor jeder Unterschrift liegen muss

Das Projekt gilt mit der Beauftragung als begonnen. Der Antrag muss bei der SAB eingegangen sein, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben oder eine Anzahlung leisten. Die Bestätigungsmail aus dem Förderportal markiert den offiziellen Start. Alles, was davor liegt, ist verloren, und daran ändert auch das beste Argument nichts.

Das gilt strenger, als die meisten denken. Eine mündliche Zusage am Telefon oder eine unterschriebene Auftragsbestätigung reicht schon. Halten Sie sich in dieser Phase komplett zurück und holen Sie lediglich Angebote ein.

Der richtige Ablauf in vier Schritten

Erst Angebote einholen und das Projekt sauber beschreiben. Dann den Antrag über das Förderportal der SAB stellen. Danach den Bewilligungsbescheid abwarten. Und erst dann den Auftrag erteilen.

Die SAB nennt keine feste Bearbeitungsfrist. Rechnen Sie sicherheitshalber mit mehreren Wochen. Wer im Herbst eine neue Webseite online haben will, stellt den Antrag also im Frühjahr und nicht im August.

So läuft ein Förderantrag ab
  1. Angebote einholen

    Projekt beschreiben und Kosten festhalten, ohne etwas zu unterschreiben.

  2. Antrag stellen

    Über das Förderportal der SAB, vor jeder Beauftragung.

  3. Bescheid abwarten

    Planen Sie mehrere Wochen ein, eine feste Frist gibt es nicht.

  4. Auftrag erteilen

    Erst jetzt beauftragen, danach den Verwendungsnachweis einreichen.

Weitere Fördermittel für Webseiten in Sachsen und was ein Projekt kostet

Der EFRE-Zuschuss ist das naheliegendste Programm. Es lohnt sich aber, zwei weitere Wege zu kennen, gerade wenn Ihre Region gesperrt ist.

Welche Bundesprogramme kommen in Frage?

Für die Erstellung einer Webseite selbst gibt es beim Bund derzeit kein vergleichbares Zuschussprogramm. Was es gibt, ist die BAFA-Förderung unternehmerischen Know-hows, also ein Zuschuss zu einer externen Unternehmensberatung. Sie gilt nach Angaben des BAFA vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2026, und ein Unternehmen kann darüber höchstens fünf Beratungen abrechnen, maximal zwei pro Jahr. Für die Webseite selbst fließt daraus kein Geld, für eine Digitalstrategie im Vorfeld schon.

Die Programme Digital Jetzt und go-digital tauchen in älteren Ratgebern immer noch als Option auf. Bevor Sie darauf setzen, prüfen Sie den aktuellen Stand in der Förderdatenbank des Bundes. Die KfW fördert Digitalisierung über einen Kredit, nicht über einen Zuschuss. Für ein Webseiten-Projekt in dieser Größenordnung lohnt sich das selten, weil Sie am Ende alles zurückzahlen.

Was kostet ein förderfähiges Projekt?

Deutlich mehr als eine normale Firmenseite, und das liegt in der Natur der Sache. Eine Webseite mit Terminbuchung, Shop oder Kundenverwaltung bewegt sich erfahrungsgemäß zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Genau deshalb passt sie überhaupt in das Programm, dessen Untergrenze bei 5.000 Euro liegt.

Eine klassische Firmenwebseite ohne solche Funktionen liegt darunter. Bei mir starten solche Projekte ab 2.000 €, und was Ihres kosten würde, überschlagen Sie in zwei Minuten mit meinem Preisrechner. Eine ausführliche Einordnung der Marktpreise finden Sie in meinem Ratgeber Was kostet eine Webseite für Handwerker wirklich?.

Förderwege für Webseiten im Überblick
EFRE-Zuschuss (Sachsen, SAB)bis 60 %, max. 10.000 €
Antragslage außerhalb Leipziggestoppt seit 17.07.2026
BAFA-Beratungsförderung (Bund)gilt bis 31.12.2026, nur Beratung
Digital Jetzt und go-digitalStand selbst in der Förderdatenbank prüfen

Den Antrag können Sie gut selbst stellen, das Förderportal führt Sie durch die Felder. Was ich Ihnen abnehme, ist die Projektbeschreibung: Welche Funktionen zählen als digitalisierter Geschäftsprozess, wie beziffert man den Aufwand, und was gehört in ein Angebot, das die SAB anerkennt. Als Webdesigner für Handwerk und Mittelstand in Sachsen habe ich das schon mehrfach mitgeschrieben. Und wenn Ihre Region gesperrt ist, sage ich Ihnen das direkt, statt Sie Wochen auf einen Bescheid warten zu lassen, der nicht kommt.

Fazit

Erst den Stand prüfen, dann planen, zuletzt beauftragen

Der EFRE-Digitalisierungszuschuss ist nach wie vor das beste Programm für Handwerk und KMU in Sachsen. Bis zu 60 Prozent der Kosten übernimmt der Freistaat, höchstens 10.000 Euro. Der Haken liegt seit dem 17. Juli 2026 an anderer Stelle: In den meisten sächsischen Regionen nimmt die SAB wegen der hohen Nachfrage keine Anträge mehr an. Offen sind nur noch die Stadt Leipzig, der Landkreis Leipzig und Nordsachsen.

Prüfen Sie deshalb immer zuerst auf der Seite der Sächsischen Aufbaubank, ob Ihre Region gerade Anträge annimmt. Steht Ihr Betrieb in einer offenen Region, halten Sie die Reihenfolge strikt ein: erst der Antrag, dann die Unterschrift. Wer das umdreht, verschenkt bares Geld. Und wenn Ihre Region gesperrt ist, planen Sie Ihre Webseite trotzdem weiter. Sie rechnet sich auch ohne Zuschuss, nur eben über die Anfragen statt über den Bescheid.

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