Fördermittel Webseite Sachsen: Bis zu 60 % Zuschuss für Ihren Betrieb

Ein Heizungsbauer aus Grimma wollte endlich eine vernünftige Webseite mit Online-Terminbuchung. Drei Angebote lagen auf dem Tisch, das günstigste bei 5.500 Euro. Geld, das er lieber in einen neuen Monteur investiert hätte. Dann erzählte ihm ein Kollege von der Innungsversammlung, dass Sachsen genau solche Projekte fördert. Sechs Wochen später hatte er den Bewilligungsbescheid in der Hand. 3.300 Euro Zuschuss. Kein Darlehen, kein Kleingedrucktes. Einfach Geld vom Freistaat.
Fördermittel für eine Webseite in Sachsen gibt es tatsächlich. Aber sie sind an Bedingungen geknüpft, die viele Handwerker nicht kennen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Programme es gibt, wer sie beantragen kann und worauf Sie unbedingt achten müssen.
Fördermittel Webseite Sachsen: Welche Projekte sind förderfähig?
Hier liegt der häufigste Irrtum: Nicht jede Webseite ist förderfähig. Eine einfache Präsenz-Seite mit fünf Unterseiten, Kontaktformular und Google-Maps-Einbindung zählt in Sachsen nicht als Digitalisierungsprojekt. Die EFRE-Richtlinie des Freistaats fördert gezielt Projekte, die echte Geschäftsprozesse digitalisieren.
Förderfähig sind Webseiten mit:
- Online-Terminbuchung, über die Kunden selbst Termine reservieren
- Online-Shop für Materialien, Ersatzteile oder Dienstleistungen
- Kundenverwaltung oder CRM-Integration, die Anfragen automatisch erfasst
Stellen Sie sich vor, ein Frisörsalon in Radebeul baut eine Webseite mit Online-Terminbuchung. Kunden buchen rund um die Uhr, das Telefon klingelt seltener, die Mitarbeiterin an der Rezeption hat mehr Zeit. Das ist ein digitalisierter Geschäftsprozess. Genau das will die Förderung anstoßen.
Eine Zimmerei aus Bautzen, die nur eine Startseite, eine Leistungsübersicht und ein Kontaktformular braucht, geht dagegen leer aus. Die Webseite ist dann zwar sinnvoll, aber eben nicht förderfähig.
Förderfähig
- Online-Terminbuchung für Kunden
- Online-Shop für Material und Leistungen
- CRM oder Kundenverwaltung
- Digitale Geschäftsprozesse, die Abläufe automatisieren
Nicht förderfähig
- Reine Visitenkarten-Webseite
- Einfache Präsenz-Seite
- Nur ein Kontaktformular
- Online-Marketing und SEO
Der EFRE-Digitalisierungszuschuss: Das Hauptprogramm in Sachsen
Der wichtigste Fördertopf für Handwerker und KMU in Sachsen heißt EFRE-Digitalisierungszuschuss. Er läuft bis 2027 und wird über die Sächsische Aufbaubank (SAB) abgewickelt.
Der Zuschuss beträgt bis zu 60 % der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens aber 10.000 Euro. Bei einem Webseiten-Projekt mit Shop und Kundenverwaltung für 8.000 Euro wären das bis zu 4.800 Euro, die Sie nicht selbst aufbringen müssen. Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz unter 2 Millionen Euro sowie Freiberufler mit Sitz in Sachsen sind antragsberechtigt. Das trifft auf die meisten Handwerksbetriebe zu.
Wichtig: Das Projekt muss mindestens 5.000 Euro kosten. Wer nur ein kleines Plugin einbauen lassen möchte, kann dieses Programm nicht nutzen. Die Projektlaufzeit beträgt maximal 12 Monate ab Bewilligung. Das reicht für Konzeption, Umsetzung und Einführung einer Webseite mit digitalen Funktionen locker aus.
Sie müssen das Geld nicht zurückzahlen. Die SAB nennt keine feste Bearbeitungsfrist. Rechnen Sie sicherheitshalber mit mehreren Wochen bis Monaten.
- bis 60 %
- Zuschuss auf die förderfähigen Projektkosten
- max. 10.000 €
- Förderhöhe pro Projekt, nicht rückzahlbar
- mind. 5.000 €
- Projektkosten, bis zu 12 Monate Laufzeit
Achtung
Den Antrag müssen Sie vor Projektbeginn bei der SAB stellen. Wer vorher beauftragt, verliert die Förderung.
Der häufigste Fehler: Zu spät den Antrag stellen
Ein Elektriker aus Chemnitz hat sich eine Webseite mit Online-Konfigurator für Solaranlagen bauen lassen. 7.200 Euro. Förderfähig? Auf jeden Fall. Trotzdem hat er keinen Cent bekommen. Er hatte den Auftrag an die Agentur erteilt, bevor er den Förderantrag gestellt hat.
Der Antrag muss bei der SAB eingegangen sein, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben oder eine Anzahlung leisten. Sobald Sie irgendetwas beauftragen, gilt das Projekt als begonnen. Und dann gibt es kein Fördergeld mehr.
Der richtige Ablauf sieht so aus:
- Angebote einholen und Projekt planen
- Förderantrag bei der SAB stellen (über das Online-Portal)
- Auf den Bewilligungsbescheid warten
- Erst dann den Auftrag erteilen
Planen Sie ausreichend Zeit für die Antragsbearbeitung ein, denn die SAB gibt keine feste Frist vor. Wer im Herbst eine neue Webseite haben möchte, sollte den Antrag spätestens im Frühjahr stellen.
Weitere Fördermittel für Webseiten in Sachsen
Der EFRE-Zuschuss ist das naheliegendste Programm für Handwerker in Sachsen. Es gibt aber noch weitere, die zumindest einen Blick wert sind.
“Digital Jetzt” (Bundesförderung) ist zum 31. Dezember 2023 ausgelaufen. Neue Anträge sind nicht mehr möglich. Falls Sie ältere Ratgeber finden, die Digital Jetzt als Option nennen, ist die Information veraltet.
go-digital ist ebenfalls ausgelaufen, zum 31. Dezember 2024. Einen Nachfolger gibt es bisher nicht.
KfW fördert Digitalisierung über den ERP-Förderkredit Digitalisierung, aber als zinsgünstigen Kredit, nicht als Zuschuss. Sie müssen alles selbst bezahlen und anschließend einen Kredit zurückzahlen. Für ein Webseiten-Projekt im Bereich von 5.000 bis 10.000 Euro ist das nicht sinnvoll.
BAFA: Eine direkte Förderung für die Erstellung einer Webseite gibt es dort nicht. Wer aber eine externe Beratung zur digitalen Strategie in Anspruch nimmt, kann diese über das BAFA-Unternehmensberatungsprogramm fördern lassen, in Sachsen mit bis zu 80 % der Beratungskosten (max. 2.800 Euro). Prüfen Sie die aktuelle Verfügbarkeit direkt bei der BAFA, da Budgets begrenzt sind. Für die Webseite selbst gibt es dort trotzdem kein Geld.
| EFRE-Digitalisierungszuschuss (Sachsen, SAB) | bis 60 %, max. 10.000 €, aktiv bis 2027 |
|---|---|
| BAFA-Unternehmensberatung (Bund) | bis 80 % Beratung, nicht für den Webseiten-Bau |
| Digital Jetzt (Bund) | ausgelaufen seit 31.12.2023 |
| go-digital (Bund) | ausgelaufen seit 31.12.2024 |
Was kostet ein förderfähiges Projekt?
Eine Webseite mit digitalen Zusatzfunktionen liegt preislich über einer einfachen Präsenz-Seite. Rechnen Sie mit 5.000 bis 10.000 Euro für eine Webseite mit Terminbuchung, Shop oder Kundenverwaltung. Ob Ihre bestehende Seite dabei mobil einwandfrei funktioniert, sollten Sie vor dem Förderantrag prüfen. Mein Artikel Webseite mobil optimieren zeigt, worauf es ankommt. In meinem Ratgeber Was kostet eine Webseite für Handwerker wirklich? finden Sie eine ausführliche Preisübersicht.
Mit der EFRE-Förderung sieht die Rechnung anders aus. Zwei Beispiele:
Ein Sanitärbetrieb aus Zwickau lässt eine Webseite mit Online-Terminbuchung und Kundenverwaltung für 6.500 Euro entwickeln. Bei 60 % Förderung übernimmt der Freistaat 3.900 Euro. Der Eigenanteil: 2.600 Euro.
Bei einem größeren Projekt für 8.000 Euro wären das bis zu 4.800 Euro Förderung. Sie zahlen 3.200 Euro aus eigener Tasche. Für eine Webseite, die Ihnen über Jahre hinweg Anfragen bringt, ist das eine überschaubare Investition. Beachten Sie: Die 60-%-Grenze gilt immer auf die zuwendungsfähigen Ausgaben. Was genau dazu zählt, erklärt die SAB auf ihrer Webseite.
Fazit: Erst informieren, dann beauftragen
Wenn Sie in Sachsen einen Handwerksbetrieb führen und über eine neue Webseite nachdenken, prüfen Sie vorher, ob Ihr Projekt förderfähig ist. Sobald Ihre Webseite digitale Geschäftsprozesse abbildet, stehen die Chancen auf einen EFRE-Zuschuss gut. Bis zu 60 % der Kosten übernimmt der Freistaat.
Halten Sie aber die Reihenfolge ein: Erst den Antrag bei der SAB stellen, dann beauftragen. Wer das umdreht, verschenkt bares Geld. Prüfen Sie außerdem die aktuelle Gültigkeit des Programms auf der Webseite der Sächsischen Aufbaubank, denn Förderprogramme ändern sich. Sie planen eine neue Webseite mit digitalen Funktionen? Sprechen Sie mit mir, Dirk Meißner. Als Webdesigner für Handwerk und Mittelstand in Sachsen berate ich Sie gern, welche Förderung für Ihr Projekt in Frage kommt.
