MyHammer-Alternative: Raus aus der Portalfalle

Stellen Sie sich zwei Handwerker vor. Der eine zahlt jeden Monat sein Portal, holt sich dort Anfragen und ärgert sich, dass die Hälfte davon zu nichts führt. Der andere hat einmal in eine eigene Webseite und ein gepflegtes Google-Profil investiert und bekommt seine Anfragen direkt, ohne dass jeden Monat die Kasse klingelt. Der Unterschied ist der zwischen Miete und Eigentum. Beim Portal mieten Sie sich Sichtbarkeit, die sofort verschwindet, wenn Sie aufhören zu zahlen. Bei der eigenen Basis bauen Sie etwas auf, das bleibt. Genau darum geht es in diesem Artikel.
Wie die Portale wirklich verdienen
Schauen wir uns zuerst nüchtern an, wie das Geschäft funktioniert. Bei MyHammer zahlen Sie eine Mitgliedschaft, die je nach Paket ab etwa 29,99 Euro netto im Monat losgeht und nach oben deutlich mehr werden kann. Dazu kommt für jede Anfrage, die Sie annehmen wollen, eine Kontaktgebühr von ungefähr 9 bis 30 Euro, bei besonders gefragten Aufträgen auch mehr. Und jetzt der Punkt, den viele unterschätzen: Dieselbe Anfrage geht in der Regel an mehrere Betriebe gleichzeitig, oft an drei bis fünf, in gefragten Gewerken auch an mehr.
Auf einen Blick
- 29,99 €
- Mitgliedschaft pro Monat, ab
- 9 bis 29 €
- Kontaktgebühr pro Anfrage, oft mehr
- 3 bis 5
- Betriebe oder mehr je Anfrage
Damit Sie mich richtig verstehen: Eine prozentuale Provision auf den Auftragswert nimmt MyHammer nicht. Das Geschäft läuft über Mitgliedschaft und Kontaktgebühren. Trotzdem wird es teuer, und zwar aus einem einfachen Grund. Sie zahlen für jede Anfrage, auch für die, bei denen am Ende ein anderer den Zuschlag bekommt. Rechnen Sie also nie den Preis pro Anfrage, sondern die Vollkosten pro tatsächlich gewonnenem Auftrag. Wenn Sie für vier bezahlte Anfragen einen Auftrag gewinnen, kostet dieser eine Auftrag eben das Vierfache an Kontaktgebühren plus den Monatsbeitrag.
Warum die eigene Basis am Ende günstiger ist
Jetzt zum entscheidenden Unterschied. Bei einem Portal gehört der Kunde der Plattform, nicht Ihnen. Die Bewertung, die der zufriedene Kunde hinterlässt, sammelt sich auf dem Portal. Die Sichtbarkeit, für die Sie zahlen, ist geliehen. Hören Sie auf zu zahlen, ist alles weg.
Bei einer eigenen Webseite und einem Google-Profil ist es umgekehrt. Sie investieren einmal, und danach arbeitet die Sache für Sie. Anfragen kommen direkt zu Ihnen, ohne Zwischenhändler. Bewertungen sammeln sich auf Ihrem eigenen Google-Profil. Und Ihre Sichtbarkeit bei Google bleibt bestehen, auch in fünf Jahren noch.
Portal mieten
- Jeden Monat Gebühren, auch ohne Auftrag
- Dieselbe Anfrage bekommen mehrere Betriebe
- Der Kunde gehört der Plattform
- Sie hören auf zu zahlen, Sie sind weg
Eigene Basis besitzen
- Einmal investiert, dann gehört sie Ihnen
- Anfragen kommen direkt zu Ihnen
- Bewertungen sammeln sich auf Ihrem Profil
- Die Sichtbarkeit bleibt über Jahre
Mehr als 21.000 Handwerksbetriebe sind allein bei MyHammer aktiv. Das zeigt, wie viele auf den schnellen Weg setzen. Verständlich, wenn das Auftragsbuch leer ist. Nur sollte der schnelle Weg nie der einzige bleiben.
So machen Sie sich Schritt für Schritt unabhängig
Sie müssen das Portal nicht von heute auf morgen kündigen. Der bessere Weg ist, parallel Ihre eigene Basis aufzubauen, während das Portal noch läuft. Wenn die eigene Basis trägt, drehen Sie den Geldhahn beim Portal nach und nach zu.
Google-Profil anlegen
Kostenlos und der größte Hebel für lokale Sichtbarkeit.
Eigene Webseite erstellen
Ihr Schaufenster, das niemandem gehört außer Ihnen.
Bewertungen sammeln
Auf dem eigenen Profil, nicht auf dem der Plattform.
Portal zurückfahren
Als Starthilfe okay, dann Schritt für Schritt ablösen.
Der wichtigste und zugleich am meisten unterschätzte Schritt ist das Google Unternehmensprofil. Es kostet nichts, ist in einer guten Stunde angelegt und bringt für lokale Suchen oft mehr als jedes bezahlte Portal. Wer Heizungsbauer Freital oder Maler Meißen sucht, landet zuerst bei den Google-Einträgen, nicht beim Portal.
Tipp
Fangen Sie mit dem Google Unternehmensprofil an. Es ist kostenlos, in einer Stunde angelegt und bringt lokal oft mehr als jedes bezahlte Portal. Erst danach lohnt die eigene Webseite als zweites Standbein.
Die zwei Denkfehler, die teuer werden
Zum Schluss zwei Sätze, die ich oft höre, und warum sie in die Irre führen. Der erste: Über das Portal habe ich doch Aufträge. Stimmt, aber zu welchem Preis? Wer die Vollkosten pro gewonnenem Auftrag ehrlich rechnet, inklusive aller bezahlten verlorenen Anfragen, kommt oft ins Grübeln. Der zweite: Eine Webseite bringt nichts, weil sie nicht sofort klingelt. Auch das täuscht. Die Webseite baut langsam Sichtbarkeit auf, die Ihnen bleibt, während das Portal jeden Monat kassiert, ganz gleich ob ein Auftrag kommt oder nicht. Geduld auf der einen Seite, laufende Kosten auf der anderen. Ich weiß, wofür ich mich entscheiden würde.
Mein Rat: bauen Sie sich etwas auf, das Ihnen gehört
Portale sind nicht böse, sie sind eine Miete. Solange Sie zahlen, kommen Anfragen, und in dem Moment, in dem Sie aufhören, sind Sie weg. Der Kunde, die Bewertung, die Sichtbarkeit, alles bleibt bei der Plattform. Eine eigene Webseite und ein gepflegtes Google-Profil sind dagegen eine einmalige Investition in etwas, das Ihnen gehört.
Nutzen Sie ein Portal ruhig als Starthilfe, wenn Sie schnell Aufträge brauchen. Aber bauen Sie von Tag eins parallel Ihre eigene Basis auf. Sonst zahlen Sie in fünf Jahren immer noch Miete und haben nichts, das Ihnen selbst gehört.
