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Mitarbeiter und Zukunft

Mitarbeiter finden im Handwerk: So wird Ihre Webseite zum Recruiting-Tool

Dirk Meißner Dirk Meißner 5 Min. Lesezeit
Handwerker-Team steht selbstbewusst auf einer Baustelle, einer trägt Schutzbrille und Helm, im Hintergrund zwei weitere Kollegen.

Wann hat sich zuletzt jemand bei Ihrem Betrieb beworben? Nicht über Mundpropaganda, nicht über einen Gefallen vom Schwager. Sondern einfach so, weil jemand Ihren Betrieb im Internet gefunden hat und dachte: Da will ich arbeiten.

Wenn Ihnen dazu nichts einfällt, geht es Ihnen wie den meisten Handwerksbetrieben in Sachsen. Mitarbeiter finden im Handwerk ist zur echten Herausforderung geworden. Die Jobbörsen kosten Geld und liefern nichts. Der Aushang am schwarzen Brett bringt seit Jahren keine Rückmeldung mehr. Dabei gibt es einen Recruiting-Kanal, den viele Betriebe komplett übersehen: die eigene Webseite. Was eine gute Karriereseite braucht und warum sie wirkt, zeigt dieser Artikel.

Mitarbeiter finden im Handwerk: Warum klassische Wege nicht mehr reichen

Fast jede zweite Stelle im Handwerk bleibt rechnerisch unbesetzt. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks schätzt, dass rund 250.000 Stellen im Handwerk unbesetzt sind. In Sachsen spüren das besonders die kleinen Betriebe auf dem Land. Dazu kommt die Babyboomer-Welle. Bis 2036 gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente. Die Lücke wächst.

Was tun die meisten Betriebe? Anzeigen auf Jobbörsen schalten. Zettel ins Schaufenster hängen. Im Bekanntenkreis herumfragen. Das funktioniert manchmal, erreicht aber nur einen Bruchteil der möglichen Bewerber.

Was viele übersehen: Fachkräfte informieren sich online über Arbeitgeber, bevor sie sich bewerben. Wer auf Ihrer Webseite nichts zum Thema Arbeiten in Ihrem Betrieb findet, klickt weiter. Zum nächsten Betrieb, der sich die Mühe gemacht hat.

Wo Fachkräfte im Handwerk nach Stellen suchen

Anteil der Befragten, Mehrfachnennungen möglich.

Jobbörsen 68 %
Google-Suche 55 %
Webseite des Betriebs 42 %
Empfehlungen 38 %
Social Media 25 %

Was auf eine Karriereseite für Ihren Handwerksbetrieb gehört

Eine Karriereseite ist kein Hochglanz-Prospekt. Sie muss ehrlich sein und drei Fragen beantworten: Wie arbeitet ihr? Was bietet ihr? Passt der Betrieb zu mir?

Echte Teamfotos statt Stockbilder. Zeigen Sie Ihr Team bei der Arbeit. Auf der Baustelle, in der Werkstatt, beim gemeinsamen Frühstück. Die Fotos müssen nicht vom Profifotografen stammen. Ein Smartphone reicht völlig. Stockfotos von lächelnden Models in Blaumann erkennt jeder sofort.

Klare Benefits. Was macht Ihren Betrieb als Arbeitgeber aus? Schreiben Sie konkret, was Sie bieten. Beispiele: 4-Tage-Woche, Firmenwagen zur privaten Nutzung, bezahlte Weiterbildungen, pünktlicher Feierabend, kurze Fahrtwege im Landkreis. Allgemeine Floskeln wie “familiäre Atmosphäre” sagen niemandem etwas. “Wir arbeiten zu fünft, jeder kennt jeden, Freitag ist um 13 Uhr Schluss” sagt alles.

Kurze Mitarbeiter-Stimmen. Zwei, drei Sätze von echten Kollegen. Warum arbeiten sie gern bei Ihnen? Was schätzen sie? Das wirkt stärker als jede Selbstdarstellung.

Offene Stellen mit konkreten Angaben. Nicht “Wir suchen Verstärkung”, sondern “Wir suchen einen Anlagenmechaniker SHK (m/w/d) für unser Team in Wilsdruff. Vollzeit, ab sofort.” Je konkreter, desto besser. Und wenn Sie gerade keine offene Stelle haben: Schreiben Sie “Initiativbewerbungen willkommen.” Gute Leute suchen nicht immer dann, wenn Sie zufällig ausschreiben.

Das gilt nicht nur für Handwerksbetriebe. Auch kleine Unternehmen und KMU profitieren von einer guten Karriereseite.

Die 6 Elemente einer guten Karriereseite
  • Echte Teamfotos: Ihr Team bei der Arbeit zeigen
  • Klare Benefits: Was bieten Sie Ihren Mitarbeitern?
  • Mitarbeiterstimmen: Zitate von zufriedenen Kollegen
  • Offene Stellen mit Details: Aufgaben, Anforderungen, Konditionen
  • Einfacher Kontaktweg: Telefon, WhatsApp oder kurzes Formular
  • Einblick in den Arbeitsalltag: Bilder, Videos oder kurze Beschreibungen

So machen Sie es Bewerbern leicht

Viele Karriereseiten scheitern am letzten Schritt. Der Bewerber ist interessiert, will Kontakt aufnehmen und landet bei einem Formular mit 15 Pflichtfeldern. Anschreiben hochladen, Lebenslauf als PDF, Zeugnisse einzeln anhängen. Für einen 8-Mann-Betrieb.

Das schreckt ab. Gerade Handwerker, die abends auf dem Sofa mit dem Smartphone schauen und keine PDF-Dokumente parat haben.

Machen Sie den Bewerbungsweg so kurz wie möglich. Name, Telefonnummer, kurze Nachricht. Fertig. Noch besser: Bieten Sie zusätzlich eine WhatsApp-Nummer oder einen direkten Anruf an. “Einfach anrufen und fragen” liegt vielen Handwerkern näher als jedes Onlineformular. Wenn Sie wissen wollen, wie ein guter Kontaktbereich generell aufgebaut sein sollte, lesen Sie auch meinen Artikel über Webseiten, die keine Anfragen bringen.

Ein technischer Tipp: Stellenanzeigen auf der eigenen Webseite lassen sich mit sogenannten strukturierten Daten für Google for Jobs aufbereiten. Ihre Stelle taucht dann direkt in der Google-Suche auf, ohne dass Sie eine Jobbörse bezahlen müssen. Ihr Webdesigner setzt das mit wenig Aufwand um.

Bewerbungsformular: Vorher und Nachher

Vorher: 15 Pflichtfelder

  • Anrede, Vor- und Nachname
  • Adresse, Geburtsdatum, gewünschte Stelle
  • Lebenslauf als PDF hochladen
  • Anschreiben als PDF hochladen
  • Schreckt ab, gerade am Smartphone

Nachher: 3 Felder

  • Ihr Name
  • Telefon oder WhatsApp
  • Kurze Nachricht, optional
  • Direkt per WhatsApp möglich
  • Mehr Bewerbungen von guten Handwerkern

Azubis finden: Was junge Leute auf Ihrer Webseite sehen wollen

Für Azubis gelten eigene Regeln. Ein 16-Jähriger, der einen Ausbildungsplatz sucht, liest keine Stellenanzeige im Zeitungsstil. Er googelt, schaut sich die Webseite an und entscheidet innerhalb von Sekunden, ob der Betrieb für ihn in Frage kommt.

Was junge Leute überzeugt: Bilder vom echten Arbeitsalltag. Kurze Videos, in denen ein Azubi erzählt, was er gerade lernt. Ein Satz wie “Bei uns fängst du nicht mit Kaffeekochen an, sondern packst ab Tag eins mit an.” Sprache, die nicht verstaubt klingt, sondern direkt.

Eltern lesen übrigens mit. Die wollen sehen, dass der Betrieb seriös ist und sich um seine Auszubildenden kümmert. Meisterbrief, Innungsmitgliedschaft und ein paar Worte zur Ausbildungsbetreuung helfen hier enorm.

Melden Sie Ihre Ausbildungsplätze zusätzlich beim Lehrstellenradar der Handwerkskammern an. Das ist kostenlos und bringt Reichweite bei genau der richtigen Zielgruppe.

Karrierebereich richtig platzieren: Sichtbar, nicht versteckt

Wo auf Ihrer Webseite findet man den Karrierebereich? Viele Betriebe verstecken das Thema irgendwo im Footer oder unter “Sonstiges”. Das ist, als würden Sie Ihr “Wir stellen ein”-Schild im Keller aufhängen.

Der Karrierebereich gehört in die Hauptnavigation. Direkt neben “Leistungen” und “Kontakt”. Auf dem Smartphone muss er mit einem Tipp erreichbar sein. Wer aktiv nach einer Stelle sucht, will nicht erst durch fünf Unterseiten klicken.

Verlinken Sie den Karrierebereich auch von der Startseite. Ein kurzer Abschnitt reicht. “Wir wachsen. Kommen Sie in unser Team.” Mit einem Button zur Karriereseite. So sehen auch Kunden und Geschäftspartner, dass Sie wachsen, und empfehlen Sie vielleicht im Bekanntenkreis weiter.

Fazit: Ihre Webseite ist Ihr bester Recruiter

Jobbörsen kosten Geld. Zeitungsanzeigen verpuffen. Headhunter kann sich kaum ein Handwerksbetrieb leisten. Ihre eigene Webseite dagegen arbeitet rund um die Uhr, kostet nichts extra und erreicht genau die Menschen, die sich für Ihren Betrieb interessieren.

Sie brauchen keine aufwendige Recruiting-Kampagne. Eine ehrliche Karriereseite mit echten Fotos, klaren Angaben und einem einfachen Kontaktweg reicht. Das lässt sich an einem Nachmittag aufbauen. Ab dem Moment arbeitet Ihre Webseite nicht nur für neue Kunden, sondern auch für neue Mitarbeiter.

Was eine Karriereseite im Rahmen eines professionellen Webauftritts kostet, zeigt mein Überblick zu Webseiten-Kosten für Handwerker.

Wenn Sie wissen möchten, wie eine Karriereseite für Ihren Betrieb konkret aussehen kann: Melden Sie sich bei mir, Dirk Meißner. Ich schaue mir Ihre aktuelle Webseite an und zeige Ihnen, was mit wenig Aufwand möglich ist.

Fazit: Ihre Webseite ist Ihr bester Recruiter

Jobbörsen kosten Geld. Zeitungsanzeigen verpuffen. Headhunter kann sich kaum ein Handwerksbetrieb leisten. Ihre eigene Webseite dagegen arbeitet rund um die Uhr, kostet nichts extra und erreicht genau die Menschen, die sich für Ihren Betrieb interessieren.

Sie brauchen keine aufwendige Recruiting-Kampagne. Eine ehrliche Karriereseite mit echten Fotos, klaren Angaben und einem einfachen Kontaktweg reicht. Das lässt sich an einem Nachmittag aufbauen. Ab dem Moment arbeitet Ihre Webseite nicht nur für neue Kunden, sondern auch für neue Mitarbeiter.