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Handwerker am Schreibtisch kalkuliert mit Taschenrechner einen Angebotspreis für seine Webseite.
Mehr Anfragen und Personal

Preise auf der Website zeigen

Lohnt sich das für Handwerker?

Dirk Meißner aktualisiert am 9 Min. Lesezeit
  • 88 % der Handwerker-Webseiten nennen keinerlei Preis
  • ab 2.000 € kostet eine neue Firmenwebseite bei mir

Ja, zeigen Sie einen Preis. Nicht jeden Cent, aber eine Orientierung. Das ist die kurze Antwort, und der Rest dieses Artikels erklärt, warum sie für die allermeisten Betriebe richtig ist.

Sandra und Jörg Mosler von der Agentur Team handwerk-digital haben dafür 500 Handwerker-Webseiten aus fünf Gewerken in fünf Großstädten durchgesehen. Die Deutsche Handwerks Zeitung hat die Ergebnisse im Juli 2025 veröffentlicht. Eine Zahl daraus ist mir sofort hängengeblieben: 88 Prozent dieser Seiten geben keinerlei Preisinformation. Kein „ab“, keine Spanne, kein Paket, nichts. Der Besucher soll anrufen und fragen. Klingt erst mal harmlos, kostet aber jeden Tag Anfragen. Denn die meisten Menschen rufen eben nicht an, wenn sie keine Ahnung haben, ob sie sich den Betrieb überhaupt leisten können. Sie klicken weiter.

Auf einen Blick

500 Handwerker-Webseiten im Test
88 %
nennen keinerlei Preis
15 %
beantworten Kundenfragen
16 %
zeigen ihre Bewertungen

Warum 88 Prozent der Handwerker-Seiten keinen Preis nennen

Es liegt selten an Bequemlichkeit. Es liegt fast immer an zwei Sätzen, die ich in Betrieben regelmäßig höre.

Die zwei Ängste hinter dem Schweigen

Die erste Sorge lautet: „Wenn ich einen Preis nenne, schrecke ich Leute ab.“ Die zweite: „Meine Konkurrenz sieht dann, was ich verlange.“ Beide verstehe ich gut. Beide halten einer genaueren Betrachtung allerdings kaum stand, und um genau diese zwei Punkte geht es weiter unten.

Dazu kommt eine dritte Sorge, die seltener ausgesprochen wird: die Angst, sich festzulegen. Wer einmal eine Zahl auf die Seite schreibt, muss sie auch halten, egal wie verwinkelt das Bad ist oder wie morsch der Dachstuhl. So fühlt es sich jedenfalls an. Diese Sorge ist die einzige der drei, die wirklich etwas taugt. Sie lässt sich trotzdem lösen, ohne dass Sie schweigen müssen.

Was die Untersuchung von 500 Handwerker-Webseiten zeigt

Der Preis ist nur die auffälligste Lücke, nicht die einzige. 78 Prozent der geprüften Seiten zeigen kein Foto vom Inhaber. Nur 15 Prozent beantworten die Fragen, die Kunden tatsächlich stellen. Nur 16 Prozent binden ihre Bewertungen ein. Im Schnitt kamen die Betriebe auf 2,12 von 9 möglichen Punkten, viele standen bei null. Die meisten Handwerker-Seiten lassen den Besucher also mit allem allein, was er wissen will.

Darin steckt Ihre Chance. Wenn fast alle schweigen, hebt Sie schon eine einzige ehrliche Zahl aus der Masse heraus. Sie wirken offener, sicherer und nahbarer als der Wettbewerber, der den Besucher erst mal raten lässt.

Dass Menschen nach Preisen suchen, sehe ich an meiner eigenen Seite. Die Google Search Console zeigte vom 02.09. bis 30.09.2026 für den Suchbegriff „was kostet eine website“ 111 Einblendungen bei einer durchschnittlichen Position von 6,5.

Muss ich als Handwerker Preise auf der Website angeben?

Diese Frage kommt fast immer zuerst, und die Antwort beruhigt die meisten.

Was die Preisangabenverordnung von Handwerkern verlangt

Nein, Sie müssen auf Ihrer Webseite keinen einzigen Preis veröffentlichen. Die Preisangabenverordnung verlangt eine Preisauszeichnung dort, wo Waren angeboten werden, und einen Grundpreis nur bei Produkten, die nach Gewicht, Volumen oder Länge verkauft werden. Ein Malerbetrieb, der Leistungen anbietet und kein Regal mit Farbeimern betreibt, fällt schlicht nicht darunter. Wenn Sie eine Zahl auf Ihre Seite schreiben, tun Sie das freiwillig, aus geschäftlichem Kalkül.

Wenn Sie einen Preis nennen, muss er vollständig sein

Sobald Sie sich für eine Zahl entscheiden und diese gegenüber Privatkunden nennen, gilt allerdings eine Regel: Es muss der Gesamtbetrag sein, den der Kunde am Ende zahlt. Ein Preis, zu dem beim Angebot noch Positionen dazukommen, die auf der Seite nirgends stehen, ist angreifbar. Anfahrt, Kleinmaterial, Entsorgung: Was bei Ihnen regelmäßig dazukommt, gehört entweder in den genannten Betrag hinein oder klar sichtbar daneben.

Das ist weniger Aufwand, als es klingt. Ein Satz unter dem Preis reicht meistens. Welche Rechtsfehler auf einer Firmenwebseite sonst noch teuer werden, habe ich im Ratgeber zu den häufigsten Abmahnfallen zusammengetragen.

Achtung

Nennen Sie gegenüber Privatkunden eine Zahl, muss es der Betrag sein, den der Kunde am Ende tatsächlich zahlt. Was regelmäßig dazukommt, schreiben Sie direkt daneben.

Preise auf der Website zeigen

Was eine Zahl wirklich bewirkt

Jetzt zu dem Punkt, der in den meisten Betrieben übersehen wird.

Schrecken Preise auf der Website Kunden ab?

Sie schrecken die Falschen ab, und genau das ist der Gewinn. Eine Preisangabe verschreckt nicht, sie sortiert vor.

Stellen Sie sich zwei Besucher auf Ihrer Seite vor. Der erste hat 1.500 Euro im Kopf. Ein Auftrag in Ihrem Gewerk fängt aber erst bei 4.000 Euro an. Der zweite hat realistische Vorstellungen und sucht genau Ihre Qualität. Ohne Preis auf der Seite passiert Folgendes: Der erste ruft an, Sie nehmen sich Zeit für das Gespräch, am Ende passt es doch nicht. Der zweite ruft womöglich gar nicht erst an, weil er unsicher ist, ob er bei Ihnen richtig ist.

Mit einer klaren Orientierung dreht sich das um. Der erste sieht die Zahl und sucht weiter, ohne dass Sie eine Minute verloren haben. Der zweite sieht, dass es passt, und meldet sich. Wer dann anruft, ist vorqualifiziert. Sie reden nicht mehr über das Ob, sondern direkt über das Wie.

Was eine Preisangabe bewirkt

Keine Preisinfo

  • Besucher bleibt unsicher
  • Viele Anfragen passen nicht
  • Manche rufen gar nicht erst an

Orientierungspreis

  • Besucher weiß, woran er ist
  • Anfragen sind vorsortiert
  • Das Gespräch startet beim Wesentlichen

Genau so handhabe ich es selbst. Auf meiner Preisseite steht ein Festpreis ab 2.000 €. Ich könnte die Zahl verstecken und auf den persönlichen Eindruck setzen. Mache ich aber nicht. Die Leute, die sich melden, wissen vorher, in welchem Rahmen wir uns bewegen. Das spart beiden Seiten Zeit, und die Gespräche sind von Anfang an ernsthafter.

Zieht ein niedriger Ab-Preis meine Marge nach unten?

Das kann tatsächlich passieren, und dieser Einwand ist der beste, den es gegen Preise auf der Webseite gibt. Eine Zahl, die einmal im Kopf des Kunden steht, bleibt dort als Anker liegen. Wenn Ihr Angebot später beim Dreifachen landet, müssen Sie den Unterschied erklären, und mancher Kunde fühlt sich trotz guter Erklärung übervorteilt.

Die Auflösung liegt darin, wie Sie den Ab-Preis ansetzen. Nehmen Sie nicht den günstigsten Fall, den Sie sich theoretisch vorstellen können, sondern den kleinsten Auftrag, den Sie wirklich regelmäßig zu diesem Preis abwickeln. Alles darunter ist eine Einladung zur Enttäuschung. Und schreiben Sie in einem Satz dazu, was den Preis nach oben bewegt. Ein Kunde, der vorher weiß, dass Größe, Material und Zustand des Untergrunds den Ausschlag geben, empfindet ein höheres Angebot als nachvollziehbar.

Der stille Verlust auf der anderen Seite bleibt sonst unsichtbar. Interessenten, die keine Orientierung finden, ziehen einfach weiter, und Sie erfahren nie davon. Woran es sonst noch liegen kann, dass sich niemand meldet, habe ich im Ratgeber warum Ihre Webseite keine Anfragen bringt beschrieben.

Vier Wege, einen Preis zu zeigen, ohne sich festzulegen

Hier liegt das große Missverständnis. Viele denken in Schwarz oder Weiß: Entweder die komplette Preisliste hängt an der Wand, oder es wird geschwiegen. Dabei liegt die beste Lösung in der Mitte. Sie haben vier Wege, eine Orientierung zu geben.

Vier Wege, einen Preis zu zeigen
  • Der Ab-Preis

    Der kleinste Auftrag, den Sie regelmäßig zu diesem Preis abwickeln.

  • Die Preisspanne

    Ein ehrlicher Rahmen, in dem Ihre Aufträge üblicherweise landen.

  • Der Paketpreis

    Feste Pakete mit klarem Umfang, an denen sich der Kunde einordnet.

  • Der Stundensatz

    Ihr Verrechnungssatz je Stunde, dazu die Fahrtkosten je Kilometer.

Ab-Preis, Preisspanne und Paketpreis im Vergleich

Der Ab-Preis ist der einfachste Einstieg. Sie nennen den kleinsten realistischen Betrag, ab dem Ihre Arbeit losgeht. Das ist ehrlich und unverbindlich zugleich. Niemand erwartet, dass jedes Projekt diesen Preis kostet, aber jeder weiß, wo es anfängt.

Die Preisspanne geht einen Schritt weiter. Sie nennen einen Rahmen, etwa zwischen 3.000 und 6.000 Euro für einen typischen Auftrag in Ihrem Gewerk. Das wirkt besonders glaubwürdig, weil es zeigt, dass Sie ehrlich rechnen. Kein Projekt ist wie das andere, und genau das spiegelt eine Spanne wider.

Der Paketpreis passt überall dort, wo sich Ihre Leistung in feste Angebote schnüren lässt. Ein Grundpaket, ein größeres, ein Komplettpaket. Der Kunde sieht sofort, was er für sein Geld bekommt, und kann sich einordnen. Für Gewerke mit wiederkehrenden Standardaufträgen ist das der stärkste der vier Wege, weil er am wenigsten Fragen offen lässt.

Der Stundenverrechnungssatz für Gewerke ohne Standardauftrag

Manche Arbeiten lassen sich schlecht in Pakete schnüren. Eine Störungssuche in einer alten Elektroinstallation, eine Reparatur an einer Heizung, ein Umbau im Altbau: Vorher weiß niemand, was zum Vorschein kommt. Für diese Fälle ist der Stundenverrechnungssatz der ehrlichste Weg. Sie nennen Ihren Satz je Stunde und Ihre Fahrtkosten je Kilometer, und der Kunde kann grob überschlagen, worauf er sich einlässt.

Im Handwerk ist das der übliche Weg für alles, was sich vorher nicht ausmessen lässt. Er hat einen Nebeneffekt, den viele unterschätzen: Wer seinen Stundensatz offen nennt, wird am Telefon deutlich seltener danach gefragt, und die Diskussion darüber verschiebt sich weg vom ersten Kontakt.

Der Satz, der jeden Preis erträglich macht

Egal welchen Weg Sie wählen, entscheidend ist der Satz daneben. Er erklärt, was den Preis bewegt. Ohne ihn wirkt jede Zahl willkürlich, mit ihm wirkt sie kalkuliert.

Schreiben Sie sich die folgende Vorlage heraus und setzen Sie Ihre eigenen Angaben ein. Mehr braucht es nicht.

Vorlage zum Abschreiben

Eine [Leistung] liegt bei uns meist zwischen [Betrag] und [Betrag] Euro. Was es bei Ihnen genau wird, hängt von [Größe, Material, Zustand] ab. Das rechnen wir beim Termin vor Ort in Ruhe durch und Sie bekommen ein festes Angebot.

In die eckigen Klammern kommt, was bei Ihnen den Ausschlag gibt. Bei einem Maler sind das Fläche, Untergrund und Anzahl der Anstriche. Bei einem Dachdecker Dachfläche, Neigung und Zustand der Lattung. Bei einem Tischler Material, Maße und Beschläge. Sie kennen Ihre drei Treiber besser als jeder Texter, und genau die gehören in den Satz.

Wo Sie die Preise auf der Website zeigen sollten

Eine gute Zahl an der falschen Stelle wirkt wie gar keine Zahl. Deshalb zum Schluss die Frage, die in der Praxis am meisten ausmacht.

Eigene Preisseite oder Preis auf der Leistungsseite?

Am besten beides, mit klarer Arbeitsteilung. Auf die jeweilige Leistungsseite gehört die Zahl, die zu genau dieser Leistung passt, und zwar weit oben, gleich nach der Beschreibung. Dort sitzt der Besucher mit seiner konkreten Frage, und dort will er sie beantwortet haben.

Die eigene Preisseite ist für die Menschen da, die es genauer wissen wollen, bevor sie anrufen. Dort haben Sie Platz für den Rahmen, für die Pakete und für die Erklärung, was Ihre Arbeit vom Billigangebot unterscheidet. Nehmen Sie den Menüpunkt „Preise“ dabei ins Hauptmenü. Wer danach sucht, sucht gezielt, und wer ihn nicht findet, sucht bei jemand anderem weiter. Wie sich das auf einer Webseite für einen Handwerksbetrieb in Sachsen sauber aufteilen lässt, zeige ich auf der Branchenseite.

Was Sie sich sparen können: den Preis irgendwo im Fließtext einer Unterseite zu verstecken, in der Hoffnung, dass ihn nur die Ernsthaften finden. Gefunden wird er dann von niemandem.

Was ist, wenn meine Konkurrenz die Preise sieht?

Sie sieht sie, und in aller Regel wusste sie es vorher schon. Ihre Mitbewerber holen sich Angebote ein, sie hören Zahlen von gemeinsamen Kunden, sie kennen den Markt in ihrer Region genauso gut wie Sie. Ein versteckter Preis schützt Sie vor niemandem.

Der echte Verlust sitzt woanders. Es sind die Interessenten, die abspringen, weil sie keine Orientierung finden. Kein Anruf, keine Mail, nichts. Diese stillen Absprünge kosten Sie weit mehr als der Blick eines Wettbewerbers, der Ihre Preise ohnehin kennt.

Preise auf der Webseite zeigen

Vorteile

  • Hebt Sie von 88 Prozent ab, die schweigen
  • Sortiert Anfragen vor
  • Schafft Vertrauen beim Besucher
  • Spart Zeit im Erstgespräch

Nachteile

  • Die Konkurrenz sieht die Preise, kennt sie aber meist ohnehin
  • Ein zu niedriger Ab-Preis wirkt als Anker

Die Zahl selbst können Sie heute Abend festlegen, dafür brauchen Sie niemanden. Den Satz daneben schreiben Sie in zehn Minuten. Schwieriger wird die Frage, wo die Preise auf der Seite stehen müssen, damit sie auch wirken, und wie eine Preisseite aussieht, nach der Menschen wirklich anrufen. Wenn Ihnen dafür die Zeit fehlt: Sie bekommen von mir die Texte, ich richte die Preisstruktur so ein, dass sie zu Ihrem Gewerk passt, und Sie sagen mir nur, welche Zahlen stimmen.

Am Ende ist es eine einfache Rechnung. Schweigen wirkt sicher, kostet aber leise jeden Tag Kunden. Eine ehrliche Zahl fühlt sich erst mutig an, bringt Ihnen aber genau die Anfragen, die Sie haben wollen. Ich weiß, welchen Weg ich gewählt habe, und würde ihn jederzeit wieder gehen.

Mein Rat

Zeigen Sie eine Orientierung

Die ehrliche Antwort lautet: ja, aber richtig. Nicht jeder Cent gehört auf die Webseite, aber eine Orientierung schon. Ein „ab“-Preis oder eine Spanne nimmt dem Interessenten die Unsicherheit und Ihnen die unpassenden Anfragen vom Tisch. Auf meiner eigenen Preisseite steht ein Festpreis ab 2.000 €. Ich verliere dadurch keine guten Kunden, im Gegenteil. Wer anruft, weiß, woran er ist, und wir reden gleich über die Sache.

Trauen Sie sich, eine Zahl zu nennen. Es ist der einfachste Weg, sich von den 88 Prozent abzuheben, die schweigen.

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