Was kostet eine Webseite für Handwerker wirklich?

Die meisten Handwerker zahlen zu viel für ihre Webseite. Oder viel zu wenig. Beides endet meistens gleich: mit einer Seite, die nicht funktioniert.
Warum liegen die Angebote so weit auseinander? Weil “professionelle Webseite” kein geschützter Begriff ist. Der eine Anbieter meint damit eine Vorlage, in die er Ihren Namen einsetzt. Der andere liefert individuelle Texte, eigenes Design und eine Seite, die bei Google tatsächlich gefunden wird. Vom günstigen Baukasten bis zur großen Agentur ist alles dabei. Die Preisspanne sagt wenig aus, solange Sie nicht wissen, was im Paket steckt und was fehlt.
Dieser Artikel gibt Ihnen eine ehrliche Übersicht zum Thema Webseite Kosten Handwerker: was eine Handwerker-Webseite tatsächlich kostet. Ohne Verkaufsabsicht, ohne Schönrechnerei.
Webseite Kosten Handwerker: Die drei Wege im Vergleich
Es gibt drei Möglichkeiten, an eine Webseite zu kommen. Jede hat ihren Preis, und der steht nicht immer auf der Rechnung.
Baukasten (Jimdo, Wix, STRATO Homepage-Baukasten)
Die monatlichen Kosten liegen zwischen 9 und 20 Euro. Klingt günstig. Was die Anbieter verschweigen: Sie brauchen 5 bis 7 volle Arbeitstage, um eine brauchbare Seite zusammenzubauen. Texte schreiben, Bilder bearbeiten, Menüs einrichten, Kontaktformular testen. Für einen Handwerksmeister, der auf der Baustelle 400 bis 600 Euro am Tag verdient, ist das eine teure Rechnung. Und am Ende sieht die Seite trotzdem aus wie tausend andere.
Freelancer oder kleine Agentur
Hier liegen die Webseite Kosten für Handwerker meist zwischen 2.000 und etwa 6.000 Euro. Dafür bekommen Sie ein individuelles Design, professionelle Texte, mehrere Leistungsseiten und eine grundlegende Suchmaschinenoptimierung. Das ist der Bereich, in dem die meisten Handwerksbetriebe und KMU gut aufgehoben sind. Gute Freelancer und spezialisierte Webdesigner arbeiten mit Festpreisen, so wissen Sie vorher, was es kostet. Ich selbst erstelle Webseiten ab 2.000 Euro zum Festpreis.
Große Agentur
Preise ab 6.000 Euro aufwärts. Für Handwerksbetriebe mit 3 bis 30 Mitarbeitern ist das in den meisten Fällen überdimensioniert. Diese Budgets lohnen sich erst, wenn Sie einen Online-Shop brauchen, ein Kundenportal planen oder mehrere Standorte verwalten.
Achtung
Ein Baukasten kostet nur 200 bis 500 Euro pro Jahr. Dafür rechnen Sie mit 5 bis 7 Tagen Eigenleistung.
Laufende Kosten, die viele vergessen
Die Erstellung ist nur der Anfang. Danach kommen monatliche Kosten auf Sie zu, die viele Handwerker nicht auf dem Schirm haben.
Domain: 10 bis 20 Euro pro Jahr. Ihre Internetadresse, zum Beispiel ihr-betrieb.de. Die brauchen Sie, solange die Webseite existiert.
Hosting: 5 bis 30 Euro pro Monat. Das ist der Speicherplatz, auf dem Ihre Webseite liegt. Günstiges Hosting bedeutet oft langsame Ladezeiten. Und langsame Seiten verlieren Besucher.
SSL-Zertifikat: Bei vielen Hostern kostenlos enthalten. Falls nicht, rechnen Sie mit 30 bis 100 Euro pro Jahr. Ohne SSL zeigt der Browser Ihren Besuchern eine Sicherheitswarnung. Das schreckt ab.
Wartung und Updates: 30 bis 150 Euro pro Monat, je nach Umfang. WordPress braucht regelmäßige Updates. Ohne Wartung wird Ihre Seite zum Sicherheitsrisiko. Gehackte Handwerker-Webseiten sind keine Seltenheit.
Inhaltspflege: Neue Projektfotos, aktualisierte Öffnungszeiten, ein neuer Leistungsbereich. Entweder machen Sie das selbst oder Sie beauftragen jemanden. Rechnen Sie mit 50 bis 100 Euro pro Stunde bei einem Dienstleister.
| Domain | 10 bis 20 € |
|---|---|
| Hosting | 60 bis 360 € |
| SSL-Zertifikat | 0 bis 100 € |
| Wartung und Updates | 360 bis 1.800 € |
| Inhaltspflege | nach Bedarf |
| Gesamt | ca. 430 bis 2.280 € |
Warum Billig-Angebote teuer werden
Ein Malermeister aus Meißen bekommt ein Angebot: komplette Webseite für ein paar hundert Euro. Das klingt verlockend. Aber was steckt dahinter?
Bei solchen Preisen arbeiten Anbieter mit Vorlagen, die für hunderte Kunden gleichzeitig genutzt werden. Ihr Betrieb bekommt keine eigenen Texte, sondern Platzhalter. Keine individuelle Bildsprache, sondern Stockfotos. Keine Suchmaschinenoptimierung, sondern eine Seite, die bei Google unsichtbar bleibt.
Das Ergebnis: Nach einem Jahr stehen Sie wieder am Anfang. Die billige Webseite bringt keine Anfragen, und Sie investieren erneut. Diesmal richtig. Am Ende haben Sie doppelt bezahlt.
Sie kennen das aus Ihrem eigenen Gewerk. Wenn ein Kunde den billigsten Maler, Elektriker oder Fliesenleger nimmt, ruft er sechs Monate später den nächsten an, weil die Arbeit nicht hält. Bei Webseiten ist das genauso.
Das Leasing-Modell: Günstige Rate, teurer Vertrag
Manche Anbieter werben mit Webseiten ab 39,90 Euro pro Monat. Kein hoher Einmalbetrag, alles inklusive. Das klingt nach einem fairen Deal.
Rechnen Sie nach: 39,90 Euro mal 36 Monate Mindestlaufzeit ergibt 1.436 Euro. Dafür bekommen Sie eine Standard-Vorlage, die Sie nicht besitzen. Die Domain gehört oft dem Anbieter. Wenn Sie den Vertrag kündigen, ist die Webseite weg.
Nach 5 Jahren haben Sie fast 2.400 Euro bezahlt, ohne dass Ihnen irgendetwas gehört. Für das gleiche Geld hätten Sie eine eigene Webseite bekommen, die dauerhaft Ihnen bleibt und die Sie jederzeit zu einem anderen Anbieter umziehen können.
Handwerker kennen solche Fallstricke von Leasing-Verträgen für Fahrzeuge oder Maschinen. Das Prinzip ist dasselbe: Die niedrige Rate verdeckt den wahren Preis.
Leasing-Modell
- 2.394 € gesamt nach 5 Jahren (60 Raten à 39,90 €)
- Webseite gehört dem Anbieter
- Domain gehört dem Anbieter
- Bei Kündigung ist alles weg
Eigene Webseite
- 6.500 € gesamt nach 5 Jahren (3.500 € Erstellung, 3.000 € Wartung)
- Webseite gehört Ihnen
- Domain gehört Ihnen
- Anbieterwechsel jederzeit möglich
Selber machen oder machen lassen?
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was Ihre Zeit wert ist. Wenn Sie als Handwerksmeister 5 volle Arbeitstage in einen Homepage-Baukasten investieren, fehlen diese Tage auf der Baustelle. Bei einem Tagessatz von 400 Euro sind das 2.000 Euro entgangener Umsatz. Warum beauftragen Ihre Kunden eigentlich Sie, statt selbst zu renovieren? Weil Sie das Handwerk beherrschen und das Ergebnis besser wird. Genauso ist es mit Webseiten. Einen ausführlichen Vergleich aller Optionen finden Sie in meinem Artikel Webseite selber machen oder Profi beauftragen?.
Was eine gute Handwerker-Webseite enthalten sollte
Bevor Sie Angebote vergleichen, sollten Sie wissen, was eine vernünftige Webseite braucht:
- Startseite mit klarem Leistungsversprechen und Kontaktdaten
- Einzelne Seiten für jede Hauptleistung (wichtig für Google)
- Über-uns-Seite mit echten Fotos vom Team und von Projekten
Dazu gehören ein Kontaktformular mit gut sichtbarer Telefonnummer, eine Google-Maps-Einbindung für den Anfahrtsweg und eine Darstellung, die auf dem Smartphone genauso gut funktioniert wie am Computer. Wenn Ihre aktuelle Seite diese Punkte nicht erfüllt, lohnt sich ein Blick in meinen Ratgeber Die 7 häufigsten Fehler auf Handwerker-Webseiten. Was ich in diesem Bereich konkret anbiete, finden Sie auf der Leistungsübersicht.
Fazit: Investieren Sie einmal richtig
Eine Webseite für Ihren Handwerksbetrieb kostet ab 2.000 Euro, wenn sie professionell umgesetzt wird. Dazu kommen laufende Kosten von 20 bis 150 Euro monatlich. Das ist eine Investition, keine Ausgabe. Eine gut gemachte Webseite bringt Ihnen über Jahre hinweg neue Kunden, ohne dass Sie dafür ständig Geld in Werbung stecken müssen.
Sparen Sie nicht am falschen Ende. Sie würden Ihren Kunden auch nicht empfehlen, den billigsten Anbieter für ihre Heizung oder ihr Dach zu nehmen. Was einen guten Webdesigner ausmacht und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, lesen Sie in meinem Ratgeber Den richtigen Webdesigner in Dresden finden.
Fazit: Investieren Sie einmal richtig
Eine Webseite für Ihren Handwerksbetrieb kostet ab 2.000 Euro, wenn sie professionell umgesetzt wird. Dazu kommen laufende Kosten von 20 bis 150 Euro monatlich. Das ist eine Investition, keine Ausgabe. Eine gut gemachte Webseite bringt Ihnen über Jahre hinweg neue Kunden, ohne dass Sie dafür ständig Geld in Werbung stecken müssen.
Sparen Sie nicht am falschen Ende. Sie würden Ihren Kunden auch nicht empfehlen, den billigsten Anbieter für ihre Heizung oder ihr Dach zu nehmen.
