Ihre Website bringt fast immer aus einem von zwei Gründen keine Anfragen. Entweder sehen zu wenige Menschen Ihre Seite, oder die, die sie sehen, gehen wieder, ohne sich zu melden. Welcher Grund bei Ihnen zutrifft, finden Sie in zehn Minuten heraus. Erst dann wissen Sie, wo sich eine Änderung überhaupt lohnt.
Damit sind Sie in guter Gesellschaft. Sandra und Jörg Mosler von der Agentur Team handwerk-digital haben 2025 fünfhundert Handwerker-Webseiten aus fünf Gewerken und fünf Städten so durchgesehen, wie ein Kunde abends auf dem Sofa sucht. Im Schnitt kamen die Seiten auf 2,12 von 9 möglichen Punkten, also knapp ein Viertel. Nur 15 Prozent beantworten die Fragen, die Kunden tatsächlich stellen. Die Deutsche Handwerks Zeitung hat die Zahlen veröffentlicht. Das Muster wiederholt sich bei Handwerksbetrieben und kleinen Unternehmen in ganz Sachsen: Die Seite existiert, sie sieht oft sogar ordentlich aus, und das Telefon klingelt trotzdem nicht wegen ihr.
Fünf Ursachen tauchen dabei immer wieder auf. Meistens mehrere gleichzeitig, und sie verstärken sich gegenseitig.
Ihre Website bringt keine Anfragen? Finden Sie zuerst die Ursache
Der häufigste Fehler passiert, bevor überhaupt etwas geändert wird: Es wird irgendwo angefangen. Ein neues Design hier, ein anderes Formular dort, eine Woche später wieder etwas anderes. Am Ende ist Geld weg und niemand weiß, ob es geholfen hat.
Fangen Sie stattdessen mit einer Messung an. Sie kostet zehn Minuten und Sie brauchen dafür kein Werkzeug, das Geld kostet.
Haben Sie ein Traffic-Problem oder ein Conversion-Problem?
Der Unterschied ist einfach. Ein Traffic-Problem heißt: Kaum jemand kommt auf Ihre Seite. Ein Conversion-Problem heißt: Die Leute kommen, aber sie fragen nicht an.
Rechnen Sie kurz mit. Selbst eine gut gemachte lokale Handwerksseite verwandelt nur einen kleinen Teil ihrer Besucher in Anfragen. Nehmen wir zwei von hundert an. Bei 80 Besuchern im Monat sind das rechnerisch eineinhalb Anfragen, also gefühlt keine. Da hilft kein besseres Formular, da fehlen schlicht die Besucher. Kommen dagegen vierhundert Menschen im Monat auf Ihre Seite und es meldet sich trotzdem niemand, dann liegt es nicht an Google. Dann liegt es an dem, was die Besucher auf der Seite vorfinden.
Die Zehn-Minuten-Diagnose mit der Google Search Console
Die Google Search Console ist kostenlos und zeigt Ihnen genau die Zahlen, die Sie brauchen. Falls Ihre Seite dort noch nicht angemeldet ist, holen Sie das nach, das ist die halbe Miete. Danach gehen Sie so vor:
- Öffnen Sie den Bereich „Leistung“ und stellen Sie den Zeitraum auf die letzten drei Monate.
- Notieren Sie zwei Zahlen: Impressionen (wie oft Ihre Seite in den Ergebnissen erschienen ist) und Klicks.
- Vergleichen Sie: Wenige Impressionen bedeutet, Google zeigt Sie kaum an. Viele Impressionen bei wenigen Klicks bedeutet, Sie werden angezeigt, aber der Eintrag überzeugt nicht. Viele Klicks ohne Anfragen bedeutet, das Problem sitzt auf Ihrer Seite.
Erst prüfen, dann ändern
Ihre Webseite bringt keine Anfragen. Woran liegt es?
- Wenige Impressionen, unter 100 Besucher im Monat Sichtbarkeit zuerst
- Viele Impressionen, aber kaum jemand klickt Titel und Beschreibung
- Besucher kommen, Anfragen bleiben aus Weg zum Kontakt prüfen
Ihre Webseite wird nicht gefunden und nicht verstanden
Das sind die Ursachen eins und zwei, und sie gehören zusammen. Beide entscheiden sich am Text. Google liest ihn, um zu verstehen, wofür Sie zuständig sind. Ihr Kunde liest ihn, um zu verstehen, ob Sie sein Problem lösen können. Meistens fehlt beides auf derselben Seite.
Warum taucht meine Webseite bei Google nicht auf?
Weil eine Webseite nicht automatisch sichtbar wird, nur weil sie online steht. Google muss aus Ihren Texten herauslesen können, welche Leistung Sie anbieten und wo Sie arbeiten. Steht das nirgends, ordnet Google Sie auch nirgends ein.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Hausbesitzer in Radebeul sucht nach „Badezimmer fliesen lassen Radebeul“. Auf Ihrer Webseite steht „Wir bieten Fliesenarbeiten aller Art“. Für Google sind das zwei verschiedene Welten. Ihre Seite bleibt unsichtbar, obwohl Sie genau der richtige Betrieb wären. Manchmal reicht es nicht einmal für den eigenen Firmennamen, weil außer der Startseite kaum Text vorhanden ist.
Webseite optimieren für mehr Kunden aus Ihrer Region
Drei Dinge bringen hier am meisten, und alle drei können Sie selbst angehen.
Erstens: Schreiben Sie auf der Startseite in einem Satz, was Sie machen und wo. Nicht im Fußbereich, sondern oben, wo man es sieht. Zweitens: Geben Sie jeder wichtigen Leistung eine eigene Unterseite mit eigenem Text. Eine Seite, die alles gleichzeitig behandelt, rankt für nichts davon richtig. Drittens: Tragen Sie Ihren Betrieb im Google Unternehmensprofil ein, dem kostenlosen Branchenprofil, das früher Google My Business hieß. Für lokale Suchen ist das oft der stärkste einzelne Hebel.
Auf jede dieser Leistungsseiten gehört dann das, was ein Kunde vor dem Anruf wissen will:
- Die Leistung im Klartext, so wie Kunden sie nennen
- Der Ort und das Einzugsgebiet, ausgeschrieben
- Eine Preisspanne oder wenigstens eine Größenordnung
- Zwei, drei Fotos von echten Projekten
- Wie schnell Sie einen Termin machen können
- Telefonnummer und Anfrage-Möglichkeit im Abschnitt
Sprechen Sie so, wie Ihre Kunden fragen
Viele Handwerker-Webseiten lesen sich wie ein Imageprospekt aus den 90ern. „Qualität und Tradition seit 1987.“ „Wir stehen für Zuverlässigkeit und Kompetenz.“ „Ihr Partner für erstklassige Handwerksleistungen.“ Klingt gut, sagt aber nichts.
Ihr Kunde hat ein konkretes Problem. Er will wissen: Machen Sie das? Kommen Sie zu mir? Was kostet das ungefähr? Wie schnell geht das? Beantwortet Ihre Seite diese vier Fragen nicht, klickt er weiter. Innerhalb von Sekunden.
Der einfachste Weg dorthin: Schreiben Sie Ihre Texte so, wie Sie es einem Kunden am Telefon erklären würden. Statt „Wir bieten Ihnen ein breites Leistungsspektrum“ schreiben Sie „Wir fliesen Ihr Bad, Ihre Küche und Ihren Hausflur, in Freital und Umgebung.“ Das versteht jeder. Und Google auch.
Ihre Website bringt keine Anfragen, weil das Vertrauen fehlt
Das ist Ursache drei. Vertrauen entsteht in Sekunden, und es entsteht über Dinge, die man nachprüfen kann. Handwerker leben davon. Ihre Kunden lassen Sie in ihr Haus, oft wenn es gerade unangenehm ist. Die Entscheidung, bei Ihnen anzufragen, fällt meist unbewusst, beim ersten Blick auf Ihre Seite.
Warum die Homepage keine Aufträge bringt, obwohl sie gut aussieht
Eine sauber gestaltete Seite mit Stockfotos, ohne ein einziges echtes Gesicht und mit dem letzten Neuigkeiten-Eintrag von 2019 wirkt auf den ersten Blick ordentlich. Beim Besucher weckt sie trotzdem eine Frage: Gibt es den Betrieb überhaupt noch? Der Grund dafür: Gutes Design und Glaubwürdigkeit sind zwei verschiedene Dinge.
Was dagegen wirkt, kostet kein Geld, nur eine Stunde Zeit. Echte Fotos schlagen jedes Designelement. Zeigen Sie Ihre Arbeit, vorher und nachher. Zeigen Sie Ihr Team, Ihre Fahrzeuge, Ihre Werkstatt. Das muss nicht perfekt ausgeleuchtet sein, im Gegenteil. Ein Handyfoto von der echten Baustelle wirkt glaubwürdiger als das beste Stockbild. Dazu gehört ein Foto von Ihnen selbst, mit Namen darunter. Und alles, was Ihre Qualifikation belegt: Meisterbrief, Innungsmitgliedschaft, Zertifikate. Sichtbar, nicht versteckt im Fußbereich.
Wie viele Google-Bewertungen brauchen Sie wirklich?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Die ehrliche Antwort lautet: mehr als der Betrieb, der in der Kartenansicht direkt über Ihnen steht. Ihr Kunde vergleicht nicht mit einem Lehrbuchwert, er vergleicht mit den zwei anderen Ergebnissen auf dem Bildschirm.
Wichtiger als die Menge ist, dass die Bewertungen auf Ihrer Webseite überhaupt auftauchen. In der Untersuchung von 2025 banden nur 16 Prozent der geprüften Handwerker-Webseiten Bewertungen von externen Plattformen ein. Alle anderen verschenken den Beweis, den sie längst haben. Wenn Sie bei Google Rezensionen gesammelt haben, gehören sie sichtbar auf die Seite. Und falls noch keine da sind: Fragen Sie nach dem nächsten fertigen Auftrag danach. Die meisten Kunden machen mit, sie kommen nur von selbst nicht darauf.
Veraltet, keine Anfragen
- Stockfoto statt echter Bilder
- Letzter Eintrag von 2019
- Kein Foto vom Inhaber
- Bewertungen tauchen nirgends auf
- Keine Telefonnummer sichtbar
Modern, bringt Anfragen
- Echte Projektfotos, vorher und nachher
- Foto vom Inhaber und vom Team
- Google-Bewertungen direkt auf der Seite
- Meisterbrief und Innung gut sichtbar
- Telefonnummer ganz oben auf jeder Seite
Keine Anfragen über die Website? Der Weg zum Kontakt ist zu lang
Hier stecken die Ursachen vier und fünf. Der Besucher ist überzeugt, er will Sie erreichen, und dann wird es umständlich. Das ist die teuerste Stelle überhaupt, weil die ganze Arbeit davor schon geleistet ist.
Der Kontaktbereich ist versteckt, und das kostet Anfragen
Nehmen wir einen Dachdecker aus Pirna. Ordentliche Webseite, gute Texte, gute Bilder, er taucht sogar bei Google auf. Trotzdem keine Anfragen. Der Grund ist so einfach wie ärgerlich: Das Kontaktformular liegt auf einer Unterseite, erreichbar nur über das Menü, dort unter „Unternehmen“, dann „Kontakt“. Drei Klicks. Am Handy noch umständlicher. Die Telefonnummer steht im Impressum. Nirgendwo sonst.
Die Regel ist simpel: Je leichter der Kontakt, desto mehr Anfragen. Telefonnummer und E-Mail-Adresse gehören auf jede Seite, am besten ganz oben. Jede Leistungsseite braucht am Ende einen klaren Hinweis, wie es weitergeht. Und wer es dem Kunden noch leichter machen will, bietet eine Terminvergabe direkt auf der Seite an. Damit stehen Sie ziemlich allein da: In der Untersuchung von 2025 hatten das ganze vier von fünfhundert Seiten.
Funktioniert Ihre Webseite auf dem Handy?
Knapp die Hälfte aller Webseiten-Besuche in Deutschland kommt inzwischen vom Smartphone. Im Juli 2026 waren es 49,4 Prozent gegenüber 49,0 Prozent am Computer, gemessen von StatCounter. Bei Suchen unterwegs, also genau den Suchen, aus denen Handwerksaufträge entstehen, greift praktisch jeder zum Handy. Jemand steht mit einem tropfenden Rohr im Keller und tippt „Notdienst Klempner Dresden“.
Wenn Ihre Seite dann lädt und lädt, der Text winzig ist und man quer scrollen muss, um das Formular zu finden, ist der Besucher weg. Zurück zu Google, nächstes Ergebnis.
Machen Sie den Selbsttest: Nehmen Sie Ihr eigenes Handy, rufen Sie Ihre Webseite auf und versuchen Sie, in 30 Sekunden das Kontaktformular zu finden und abzuschicken. Klappt das flüssig, ist alles gut. Hakt es, geht es Ihren Kunden genauso.
Wie viele Felder darf ein Kontaktformular haben?
Drei reichen. Name, eine Kontaktmöglichkeit und die Nachricht. Alles darüber hinaus ist eine Hürde, und Hürden summieren sich. Anrede, Vorname, Nachname, Firma, Straße, Pflicht-Betreffzeile und zum Schluss ein Rechen-Rätsel gegen Spam: Damit verlieren Sie Leute, die eigentlich schon kaufen wollten.
Die Anschrift brauchen Sie erst für das Angebot, nicht für die erste Kontaktaufnahme. Wenn Sie tiefer einsteigen wollen, was am Formular sonst noch entscheidet, habe ich das im Ratgeber zum Kontaktformular optimieren im Detail beschrieben.
- 49 %
- der Webseiten-Besuche in Deutschland kommen vom Handy
- 1 %
- der Handwerker-Webseiten bieten eine Online-Terminvergabe
- 3
- Felder reichen: Name, Kontaktweg und die Nachricht
In dieser Reihenfolge bekommen Sie mehr Anfragen über die Website
Sie müssen nichts auf einmal ändern, und Sie sollten es auch nicht. Gehen Sie der Reihe nach vor, dann sehen Sie nach jedem Schritt, ob sich etwas bewegt.
Prüfen Sie Ihre Webseite in fünf Minuten selbst
Vier Handgriffe, danach wissen Sie, wo Ihr Hebel liegt.
Zahlen ansehen
Search Console öffnen, Klicks und Impressionen der letzten drei Monate notieren.
Selbst suchen
Wichtigste Leistung plus Ort googeln. Stehen Sie auf der ersten Seite?
Am Handy testen
Eigene Seite aufrufen und in 30 Sekunden eine Anfrage abschicken.
Mit Kundenaugen lesen
Versteht ein Fremder in fünf Sekunden, was Sie machen und wo?
Stocken Sie bei einem dieser Punkte, haben Sie Ihre Baustelle gefunden. Bei mehreren fangen Sie oben an, denn Sichtbarkeit nützt nichts ohne Vertrauen, und Vertrauen nützt nichts ohne einen leichten Weg zur Anfrage. Wenn Sie zusätzlich einen Blick von außen wollen, prüft der kostenlose Website-Check Ihre Seite in 30 Sekunden auf 14 Punkte.
Zwei Einwände, die ich immer wieder höre
„Meine Kunden kommen sowieso über Empfehlung, die Webseite ist mir egal.“ Das stimmt zur Hälfte. Nur googelt heute fast jeder den Betrieb, bevor er anruft, auch wenn er ihn empfohlen bekommen hat. Ihre Webseite entscheidet dann nicht mehr darüber, ob man Sie findet, sondern ob die Empfehlung hält. Eine Seite von 2016 ohne Foto kann eine gute Empfehlung wieder kaputt machen.
„Dann mache ich lieber gleich eine komplett neue Webseite.“ Verständlich, aber oft der teurere Weg. Wenn Sie ein reines Sichtbarkeitsproblem haben, bringt ein neues Design gar nichts, weil das alte auch nicht das Problem war. Messen Sie erst. Bei vielen Betrieben reichen drei Änderungen: Telefonnummer nach oben, echte Fotos rein, Leistungsseiten mit Ortsbezug. Und falls sich am Ende doch eine neue Seite lohnt, gehen Sie mit einer klaren Anforderung hinein statt mit einem Bauchgefühl.
Wann es sich lohnt, die Webseite abzugeben
An zwei Stellen wird das Selbermachen unwirtschaftlich. Die erste ist die Technik: Wenn die Seite auf dem Handy grundsätzlich nicht funktioniert oder auf einem System läuft, an das Sie nicht mehr herankommen, hilft kein Texten mehr. Die zweite ist die Zeit. Gute Leistungsseiten mit Ortsbezug zu schreiben, dauert pro Seite ein paar Stunden. Wenn diese Stunden abends nach Feierabend anfallen sollen, passiert es erfahrungsgemäß nie.
Genau da komme ich ins Spiel. Mit über 25 Jahren in der Baubranche weiß ich, wie ein Betrieb tickt. Sie bekommen von mir die Texte, ich hole die Fotos ab, und Sie sagen mir nur, was stimmt und was nicht. Was dabei alles dazugehört, steht auf meiner Seite zu Webdesign für Handwerk und Mittelstand. Und wenn Sie nach der Zehn-Minuten-Diagnose lieber selbst weitermachen: auch gut. Dann hat dieser Artikel seinen Zweck erfüllt.
Fazit
Anfragen über die Webseite sind kein Zufall
Ihre Webseite kann Anfragen und Aufträge bringen. Dafür muss sie drei Dinge richtig machen: gefunden werden, Vertrauen aufbauen und es Besuchern leicht machen, den nächsten Schritt zu tun. Die fünf Ursachen aus diesem Artikel decken das Gros aller Fälle ab, und die meisten davon beheben Sie an einem Nachmittag. Entscheidend ist die Reihenfolge. Erst messen, dann ändern.
Fangen Sie heute mit der Zehn-Minuten-Diagnose an. Danach wissen Sie, ob Ihnen Besucher fehlen oder Anfragen, und arbeiten gezielt an einer Stelle statt überall ein bisschen. Welche Fehler dabei am häufigsten auftauchen und wie Sie jeden davon abstellen, lesen Sie in meinem Ratgeber Die 7 häufigsten Fehler auf Handwerker-Webseiten.

