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Webseite richtig aufbauen

Webseite Ladezeit verbessern: So verlieren Sie keine Kunden mehr ans Warten

Dirk Meißner Dirk Meißner 6 Min. Lesezeit
Person wartet mit dem Smartphone in der Hand auf eine ladende Webseite, im Hintergrund eine Baustelle.

Stellen Sie sich vor: Bei einer Familie in Wilsdruff platzt am Sonntagabend ein Wasserrohr. Das Wasser steht im Flur, die Panik ist groß. Der Mann zückt das Handy und tippt “Klempner Notdienst Dresden” bei Google ein. Er klickt auf das erste Ergebnis. Die Seite fängt an zu laden. Ein graues Bild baut sich auf, ein Logo ruckelt rein, dann dreht sich noch ein Ladekreis. Nach vier Sekunden ist der Mann schon wieder weg und beim nächsten Treffer. Ihr Treffer. Der Auftrag war zum Greifen nah und ist trotzdem verloren. Nicht wegen des Preises, nicht wegen der Bewertungen, sondern wegen drei Sekunden zu viel.

Genau darum geht es bei der Ladezeit. Sie entscheidet darüber, ob ein Kunde Sie überhaupt kennenlernt.

Drei Sekunden, dann ist der Kunde weg

Die Zahlen sind eindeutig. Laut Google brechen 53 Prozent der mobilen Besucher den Aufruf ab, wenn eine Seite länger als drei Sekunden lädt. Über die Hälfte. Diese Menschen sehen Ihre Leistungen nie, lesen kein einziges Wort und finden Ihre Telefonnummer nicht. Steigt die Ladezeit von einer auf drei Sekunden, wächst die Wahrscheinlichkeit eines Absprungs um 32 Prozent. Jede zusätzliche Sekunde kostet Sie also Besucher und damit Anfragen.

Auf einen Blick

Was Ladezeit wirklich kostet
53 %
springen nach 3 Sekunden Ladezeit ab
2,5 Sek.
gilt noch als gute Ladezeit (LCP)
40 %
der Datenmenge einer Seite sind oft Bilder

Google misst das übrigens nicht aus Spielerei. Der wichtigste Wert heißt LCP, ausgeschrieben Largest Contentful Paint. Damit ist gemeint, wie lange es dauert, bis der größte sichtbare Inhalt geladen ist, meist Ihr Hauptbild oder die Überschrift. Bis 2,5 Sekunden gilt das als gut. Über 4 Sekunden gilt es als schlecht. Und ehrlich: Nur rund 48 Prozent der mobilen Seiten bestehen heute alle diese Tempo-Tests. Mehr als die Hälfte ist zu langsam.

Was Handwerker-Seiten am meisten bremst

In der Praxis sehe ich immer wieder dieselben vier Bremsen. Und die gute Nachricht vorweg: Man bekommt sie alle in den Griff.

Der größte Brocken sind fast immer die Bilder. Viele Betriebe laden Fotos direkt vom Smartphone hoch, oft mit 3000 Pixeln Breite und mehreren Megabyte. So ein Foto ist gewaltig, dabei zeigt die Seite es vielleicht nur 600 Pixel breit an. Der Browser muss trotzdem die volle Datei herunterladen. Bilder sind fast immer der größte Einzelposten und machen im Schnitt rund 40 Prozent des Datenvolumens einer Seite aus. Hier liegt also der größte Hebel überhaupt. Dazu kommen billiges, überfülltes Hosting, zu viele Plugins und Widgets und überladene Baukästen, die im Hintergrund schweren Code mitschleppen.

Was Ihre Seite bremst
  • Riesige Handy-Fotos mit 3000 Pixeln direkt vom Smartphone
  • Billiges, überfülltes Shared-Hosting
  • Zu viele Plugins und Widgets wie Chat, Slider und Karten
  • Schwere, überladene Baukästen mit unnötigem Code

Webseite Ladezeit verbessern: Die vier Hebel in der richtigen Reihenfolge

Jetzt zum Wichtigsten. Was bringt am schnellsten am meisten? Ich gehe immer in dieser Reihenfolge vor, weil so der größte Effekt zuerst kommt.

Verkleinern Sie zuerst jedes Foto auf die Größe, in der es tatsächlich angezeigt wird, und speichern Sie es als WebP. Ein 400 Kilobyte großes JPEG schrumpft so oft auf 150 bis 200 Kilobyte, bei gleicher Qualität. Danach schalten Sie Lazy Loading ein, damit Bilder erst beim Herunterscrollen laden. Bei bildlastigen Seiten senkt das die anfängliche Ladezeit oft um 40 bis 60 Prozent. Erst dann kommen die Skripte dran und zuletzt das Hosting.

Die vier Hebel in der richtigen Reihenfolge
  1. Bilder verkleinern

    Auf Anzeigegröße bringen und als WebP speichern. Der größte Hebel überhaupt.

  2. Lazy Loading einschalten

    Bilder laden erst, wenn der Besucher zu ihnen herunterscrollt.

  3. Skripte ausmisten

    Unnötige Widgets und Drittanbieter-Skripte entfernen, Videos nur auf Klick laden.

  4. Hosting prüfen

    Hängt die Seite dann noch, zu einem Anbieter wechseln, der nicht überfüllt ist.

Wenn Sie diese vier Hebel lieber abgeben wollen, kümmere ich mich darum, wie Sie auf meiner Leistungsübersicht sehen.

Die vier Irrtümer, die ich am häufigsten höre

Beim Thema Ladezeit gibt es ein paar hartnäckige Missverständnisse, die ich gern aus dem Weg räume. Auf dem eigenen WLAN ist die Seite immer schnell, doch Ihr Kunde steht draußen mit zwei Strichen Empfang. Der große Slider und das Hintergrundvideo sehen edel aus, kosten aber genau die Sekunden, die den Kunden vertreiben. Ladezeit ist kein abstraktes SEO-Thema für Technik-Leute, sondern barer Umsatz. Und einmal schnell heißt nicht für immer schnell, denn jedes neue Foto und jedes neue Plugin kann das Tempo wieder kaputtmachen.

Langsam gegen schnell

Langsame Seite

  • Großer Auto-Slider und Hintergrundvideo
  • Riesige Handy-Fotos
  • Viele Widgets im Hintergrund
  • Nur im WLAN getestet

Schnelle Seite

  • Schlanke WebP-Bilder
  • Lazy Loading aktiv
  • Nur die nötigen Skripte
  • Mobil im Mobilfunknetz getestet

So testen Sie Ihre eigene Seite ehrlich

Den wichtigsten Test können Sie sofort selbst machen, ganz ohne Werkzeug. Nehmen Sie Ihr Handy, schalten Sie das WLAN aus und öffnen Sie Ihre Seite über das Mobilfunknetz. Am besten unterwegs, nicht direkt neben dem Router. Zählen Sie mit. Steht innerhalb von zwei, drei Sekunden das Wesentliche da, Ihr Name, Ihr Angebot, Ihre Nummer? Oder warten Sie und warten und warten?

So erleben es Ihre Kunden. Und so finden Sie heraus, ob Sie Aufträge ans Warten verlieren. Wenn Sie merken, dass Ihre Seite zu lange braucht, ist das kein Grund zur Panik. Es ist ein Grund, die vier Hebel anzupacken. Meist reicht schon der erste, die Bilder, um einen spürbaren Unterschied zu machen. Und jede Sekunde, die Sie gewinnen, ist eine Sekunde mehr, in der ein Kunde bei Ihnen bleibt statt beim nächsten Treffer zu landen.

Schnelligkeit ist kein Luxus, sondern Ihr erster Eindruck

Ihre Ladezeit ist das Erste, was ein Kunde von Ihnen erlebt, noch vor dem ersten Bild und dem ersten Wort. Wenn die Seite hängt, hängt für den Kunden auch der Eindruck von Ihrem Betrieb. Die gute Nachricht: Die wirksamsten Hebel sind keine Hexerei. Bilder verkleinern, Lazy Loading einschalten, unnötige Skripte rauswerfen und ein ordentliches Hosting wählen bringt Sie schon sehr weit.

Wichtig ist nur, dass Sie dranbleiben. Eine Seite ist nicht einmal schnell und dann für immer. Jedes neue Plugin und jedes frisch hochgeladene Foto kann die Sekunden wieder kosten. Wer das im Blick behält, sorgt dafür, dass aus dem Suchenden am Handy auch wirklich ein Anruf wird.

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