Webseite selber machen oder vom Profi erstellen lassen?

Ein Tischlermeister aus Bautzen hatte sich vorgenommen, seine Webseite an einem Wochenende selbst zu bauen. Der Baukasten war schnell eingerichtet, die ersten Bilder hochgeladen. Doch dann kamen die Fragen: Wie bekomme ich das Impressum rechtssicher hin? Warum sieht die Seite auf dem Handy so seltsam aus? Und warum findet mich bei Google niemand? Aus einem Wochenende wurden drei Monate. Am Ende stand eine Webseite, die zwar existierte, aber weder Anfragen noch Vertrauen brachte.
Kein Einzelfall. Viele Handwerker und Kleinunternehmer in Sachsen kennen das. Die Frage “Webseite selber machen oder Profi beauftragen?” klingt einfach. Die Antwort ist es nicht. Dieser Artikel zeigt Ihnen ehrlich, wann sich welcher Weg lohnt.
Webseite selber machen oder Profi: Drei Wege im Vergleich
Sie haben drei Möglichkeiten, Ihre Firmenwebseite zu erstellen. Jede davon passt zu anderen Voraussetzungen.
Weg 1: Homepage-Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace)
Baukästen werben mit “In 30 Minuten zur eigenen Webseite”. Als digitale Visitenkarte funktioniert das. Für eine Webseite, die tatsächlich Kunden bringt, reicht das selten.
Sie bekommen fertige Vorlagen, die Sie mit eigenen Texten und Bildern füllen. Alles läuft im Browser, technische Kenntnisse brauchen Sie keine. Was fehlt: Suchmaschinenoptimierung, schnelle Ladezeiten, individuelle Gestaltung und die Flexibilität, die Seite später zu erweitern. Außerdem gehört Ihre Webseite technisch dem Anbieter. Wechseln Sie den Baukasten, fangen Sie bei null an.
5 bis 50 Euro pro Monat klingt günstig. Rechnen Sie aber Ihre Arbeitszeit dazu: 40 bis 80 Stunden für eine brauchbare Seite. Bei einem Stundensatz von 50 Euro sind das 2.000 bis 4.000 Euro an Zeit, die Ihnen auf der Baustelle fehlt.
Weg 2: WordPress selbst aufsetzen
WordPress ist das meistgenutzte System weltweit. Viele Handwerker denken deshalb: “Das kann ich auch alleine.” Technisch ist WordPress kostenlos. Praktisch brauchen Sie solides Wissen in Hosting, Sicherheit, Plugins und regelmäßigen Updates.
Der Vorteil: deutlich mehr Möglichkeiten als ein Baukasten. Tausende Vorlagen, Erweiterungen für Kontaktformulare, Terminbuchung oder Bewertungen. Ihre Daten gehören Ihnen. Der Nachteil: Veraltete Plugins öffnen Sicherheitslücken. Ohne Caching lädt die Seite langsam. Die Mobildarstellung sieht plötzlich anders aus als gedacht. Und wenn etwas kaputt geht, stehen Sie alleine da.
Domain und Hosting kosten ab 5 bis 10 Euro pro Monat. Dazu kommen Premium-Themes (50 bis 100 Euro einmalig) und eventuell kostenpflichtige Plugins. Der größte Posten bleibt Ihre eigene Zeit.
Weg 3: Webseite vom Profi erstellen lassen
Ein Webdesigner übernimmt Planung, Gestaltung, Technik und Suchmaschinenoptimierung. Sie liefern nur die Inhalte: Texte, Fotos, Informationen zu Ihren Leistungen. Dafür bekommen Sie eine Webseite, die auf Ihre Zielgruppe zugeschnitten ist. Rechtssicheres Impressum und Datenschutzerklärung inklusive. Schnelle Ladezeiten. Sichtbarkeit bei Google. Und einen Ansprechpartner, wenn etwas nicht funktioniert.
Ein einfacher 5-Seiter beginnt bei rund 2.000 Euro. Sobald individuelle Leistungsseiten, professionelle Texte und eine solide SEO-Grundlage dazukommen, liegen die Kosten je nach Umfang höher, am Markt meist bis etwa 6.000 Euro. Eine detaillierte Aufschlüsselung finden Sie in unserem Kostenratgeber für Handwerker-Webseiten. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting und Wartung. Ab 29 Euro im Monat für grundlegende Wartung, je nach Umfang auch mehr.
| Baukasten | WordPress | Profi | |
|---|---|---|---|
| Niedrige Einstiegskosten | ja | ja | nein |
| Geringe Einrichtungszeit | nein | nein | ja |
| Rechtssicherheit inklusive | nein | nein | ja |
| Sichtbarkeit bei Google inklusive | nein | nein | ja |
| Wenig laufende Pflege | nein | nein | ja |
Die versteckten Kosten der Eigenleistung
Die meisten Handwerker rechnen nur die Erstellung. Dabei ist das der kleinste Teil. Eine Webseite ist kein einmaliges Projekt. Sie braucht regelmäßige Pflege.
Sicherheits-Updates alle zwei bis vier Wochen, Plugin-Aktualisierungen, Kompatibilitätsprüfung, regelmäßige Datensicherung. Realistisch sind 5 bis 10 Stunden pro Monat. Stunden, die in der Werkstatt oder auf der Baustelle fehlen.
Und wenn Ihre Webseite trotzdem nicht bei Google gefunden wird, bringt sie keine Anfragen. Warum viele Firmenwebseiten keine Anfragen bringen, hat oft mit fehlender Suchmaschinenoptimierung zu tun. Genau das fällt bei Eigenleistung fast immer unter den Tisch.
| Sicherheits-Updates (monatlich) | ~1 Std. |
|---|---|
| Datensicherung prüfen (monatlich) | ~30 Min. |
| Inhalte aktualisieren (quartalsweise) | ~2 Std. |
| SEO-Check (quartalsweise) | ~2 Std. |
| Geschwindigkeit testen (quartalsweise) | ~1 Std. |
| Gesamtaufwand | 5 bis 10 Std./Monat |
Rechtliche Stolperfallen, unterschätzt und teuer
Bei der Entscheidung “Webseite selber machen oder Profi” wird dieser Punkt am häufigsten übersehen. Jede gewerbliche Webseite in Deutschland braucht ein vollständiges Impressum nach dem Digitale-Dienste-Gesetz, eine Datenschutzerklärung nach DSGVO und einen korrekten Cookie-Hinweis.
Fehlt etwas davon oder ist es fehlerhaft, riskieren Sie eine Abmahnung. Die häufigsten Rechtsfehler auf Handwerker-Webseiten kosten zwischen 500 und 2.000 Euro pro Verstoß. Ein einziges fehlendes Pflichtfeld im Impressum reicht dafür aus.
Bei einem Baukasten sind Sie für die rechtliche Absicherung selbst verantwortlich. Ein Profi kümmert sich darum oder bindet einen spezialisierten Dienst ein. Das klingt nach einer Kleinigkeit. Ist es nicht.
Wann lohnt sich die Eigenleistung?
Manchmal macht ein Eigenbau tatsächlich Sinn. Nämlich dann, wenn Sie technisches Grundverständnis mitbringen, sich mit Datenschutz und Impressumspflicht auskennen und bereit sind, dauerhaft Zeit in Ihre Webseite zu investieren.
Wenn Sie dagegen mit Ihrer Webseite neue Kunden gewinnen wollen, keine Zeit für Technik und Updates haben oder Ihre jetzige Seite schon typische Fehler zeigt, die Kunden abschrecken, lohnt sich der Profi.
Die Realität sieht meist so aus: Die meisten Handwerker und Kleinunternehmer haben im Arbeitsalltag weder die Zeit noch die Lust, sich in Webdesign, SEO und Datenschutzrecht einzuarbeiten. Ihr Kerngeschäft ist das Handwerk. Nicht die Webseite.
Webseite selbst erstellen oder vom Profi erstellen lassen?
- Reine digitale Visitenkarte, kaum Ansprüche an Google Baukasten genügt
- Technisches Wissen, DSGVO-Kenntnis und dauerhaft Zeit vorhanden WordPress selbst aufsetzen
- Neue Kunden über Google, aber keine Zeit für Technik und Updates Profi beauftragen
Was eine gute Handwerker-Webseite wirklich braucht
Ob Sie Ihre Webseite selber erstellen oder beauftragen: Am Ende zählt eine einzige Frage. Bringt die Seite Anfragen? Dafür braucht sie mehr als ein hübsches Design.
Vertrauen entsteht durch echte Fotos von Ihnen und Ihrem Team, Referenzprojekte und Google-Bewertungen. Stockfotos erkennt jeder Besucher sofort. Warum echte Fotos auf der Firmenwebseite so wichtig sind, unterschätzen viele.
Über 60 Prozent Ihrer Besucher kommen über das Smartphone. Wenn die Seite dort schlecht aussieht oder langsam lädt, springen sie ab. Wer nach “Tischler Bautzen” sucht, soll Ihre Seite finden. Dafür brauchen Sie Suchmaschinenoptimierung, lokale Einträge und regelmäßig aktualisierte Inhalte. Und Impressum, Datenschutz, Cookie-Banner sind kein optionaler Zusatz, sondern Pflicht.
Was kostet eine professionelle Webseite?
Je nach Umfang gibt es eine professionelle Firmenwebseite ab 2.000 Euro, am Markt liegen die Preise meist bis etwa 6.000 Euro. Design, Texte, SEO-Grundlagen und rechtliche Absicherung sind dabei. In Sachsen gibt es Förderprogramme, die bis zu 60 Prozent der Kosten übernehmen. Wenn ein einziger Neukunde über Ihre Webseite kommt und einen Auftrag über 3.000 Euro bringt, hat sich die Investition bereits bezahlt. Eine ausführliche Kostenübersicht finden Sie in meinem Artikel Was kostet eine Webseite für Handwerker?.
Fazit: Ihre Zeit ist Ihr wertvollstes Werkzeug
"Webseite selber machen oder Profi?" ist im Kern eine Frage der Prioritäten. Ihre Arbeitszeit hat einen Wert. Jede Stunde, die Sie an der Webseite basteln, fehlt Ihnen im Betrieb.
Wer technisch versiert ist und Spaß an digitalen Projekten hat, kann einen WordPress-Eigenbau stemmen. Für die meisten Handwerker und KMU in Sachsen ist die Zusammenarbeit mit einem regionalen Webdesigner aber der schnellere, sicherere und langfristig günstigere Weg.
