Selber machen lohnt sich, wenn Ihre Webseite vor allem eine digitale Visitenkarte sein soll und Sie Freude an der Technik haben. Sobald die Seite regelmäßig Anfragen bringen soll, holen Sie sich besser einen Profi dazu, weil dann Suchmaschinen, Recht und Pflege dranhängen und jeder dieser Punkte Zeit frisst, die im Betrieb fehlt.
Ein Tischlermeister aus Bautzen hatte sich vorgenommen, seine Webseite an einem Wochenende selbst zu erstellen. Der Baukasten war schnell eingerichtet, die ersten Bilder hochgeladen. Dann kamen die Fragen. Wie bekomme ich das Impressum rechtssicher hin? Warum sieht die Seite auf dem Handy so seltsam aus? Und warum findet mich bei Google niemand? Aus einem Wochenende wurden drei Monate. Am Ende stand eine Seite, die zwar existierte, aber weder Anfragen noch Vertrauen brachte.
Kein Einzelfall. Dieser Artikel zeigt Ihnen, woran Sie vorher erkennen, welcher Weg zu Ihrem Betrieb passt.
Website selber machen oder Profi beauftragen? Drei Wege im Vergleich
Sie haben drei Möglichkeiten, an Ihre Firmenwebseite zu kommen. Jede davon setzt etwas anderes bei Ihnen voraus.
Was ein Homepage-Baukasten wirklich leistet
Baukästen wie Wix, Jimdo, IONOS oder Squarespace werben mit „In 30 Minuten zur eigenen Webseite“. Als digitale Visitenkarte funktioniert das tatsächlich. Sie bekommen fertige Vorlagen und füllen sie im Browser mit eigenen Texten und Bildern. Technische Kenntnisse brauchen Sie dafür keine.
In einem geschäftstauglichen Tarif mit eigener Domain und werbefreier Anzeige liegen diese Anbieter regulär bei 12 bis 26 € im Monat. Die kleineren Zahlen auf den Startseiten sind meist Aktionspreise für die ersten sechs bis zwölf Monate.
Was ein Baukasten Ihnen abnimmt, ist die Technik. Was er Ihnen lässt, ist alles andere: die Struktur, die zu Ihren Leistungen und Ihrem Einzugsgebiet passt, die Texte, die Fotos und die Arbeit an der Sichtbarkeit bei Google. Und noch ein Punkt fällt vielen erst beim Wechsel auf: Ihre Seite lebt in einem geschlossenen System. Ziehen Sie um, nehmen Sie Texte und Fotos mit, die Seite selbst fangen Sie neu an.
Website selbst erstellen mit WordPress, was Sie dafür können müssen
Kostenlos ist bei WordPress, dem meistgenutzten System der Welt, zumindest die Software selbst. Deshalb denken viele Betriebsinhaber: Das schaffe ich auch allein. Technisch stimmt das. Praktisch brauchen Sie solides Wissen in Hosting, Sicherheit, Erweiterungen und regelmäßigen Updates.
Der Vorteil ist echte Freiheit. Tausende Vorlagen, Erweiterungen für Kontaktformulare, Terminbuchung oder Bewertungen, und Ihre Daten liegen auf einem Server, den Sie selbst bezahlen. Der Preis dafür ist Verantwortung. Veraltete Erweiterungen reißen Sicherheitslücken auf, ohne Zwischenspeicher lädt die Seite zäh, und wenn nach einem Update plötzlich das halbe Layout verrutscht, stehen Sie damit allein da.
Domain und Hosting kosten ab rund 5 bis 10 € im Monat, eine gute Vorlage einmalig 50 bis 100 €. Der größte Posten bleibt Ihre eigene Zeit.
Was Sie bekommen, wenn ein Webdesigner die Seite erstellt
Von der Planung bis zur Grundlage für Google übernimmt ein Webdesigner die gesamte Arbeit an Gestaltung, Technik und Texten. Von Ihnen kommen die Inhalte aus dem Betrieb: Fotos von Ihren Projekten, Zahlen, Leistungen und die Fragen, die Ihre Kunden immer wieder stellen. Daraus entsteht eine Seite, die auf Ihre Zielgruppe zugeschnitten ist, mit rechtssicherem Impressum und Datenschutzerklärung, schnellen Ladezeiten und einem Ansprechpartner, wenn etwas hakt.
Bei mir beginnt eine vollständige Firmenwebseite ab 2.000 € zum Festpreis. Dazu kommen die laufenden Kosten für Domain, Hosting und Pflege, ab 29 € im Monat, wenn ich die Wartung übernehme.
| Baukasten | WordPress | Webdesigner | |
|---|---|---|---|
| Niedriger Einstiegspreis | ja | ja | nein |
| Wenig Eigenzeit nötig | nein | nein | ja |
| Impressum und Datenschutz inklusive | nein | nein | ja |
| Texte kommen fertig dazu | nein | nein | ja |
| Seite lässt sich mitnehmen | nein | ja | ja |
Der Selbsttest
Passt die Eigenleistung zu Ihrem Betrieb?
Die Entscheidung hängt an drei Dingen. An Ihrer Zeit, an Ihrem technischen Grundverständnis und daran, was die Seite leisten soll. Der folgende Test klärt das in zwei Minuten.
Sechs Fragen, die Sie vorher ehrlich beantworten sollten
Gehen Sie die Punkte einmal durch und beantworten Sie sie so, wie es wirklich ist, nicht so, wie es sein sollte. Können Sie alle sechs mit Ja beantworten, ist die Eigenleistung ein realistischer Weg.
- Ich habe in den nächsten acht Wochen sechs freie Arbeitstage
- Ich weiß, was in ein Impressum gehört
- Ich habe eigene Fotos vom Betrieb und von fertigen Arbeiten
- Ich kann meine Leistungen schriftlich erklären
- Ich kümmere mich monatlich um Updates und Datensicherung
- Die Seite muss vorerst keine Aufträge bringen
Bleibt bei einem Punkt ein Nein stehen, ist das kein Urteil über Sie. Es zeigt nur, wo die Eigenleistung später klemmt. Zwei Neins und mehr sprechen deutlich für Unterstützung.
Wie viel Zeit kostet eine Webseite in Eigenregie?
Rechnen Sie mit fünf bis sieben vollen Arbeitstagen, bis aus einem Baukasten eine brauchbare Firmenseite geworden ist. Texte schreiben, Fotos zuschneiden, Menü sortieren, Kontaktformular einrichten und danach prüfen, ob die Mails auch wirklich ankommen. Bei WordPress kommen Hosting-Einrichtung, Sicherheitseinstellungen und ein Zwischenspeicher dazu.
Diese Tage sind nicht umsonst zu haben. Ein Malerbetrieb rechnet 2026 marktüblich mit 55 bis 90 € in der Stunde, ein Elektrobetrieb mit 70 bis 115 €. Bei acht Stunden am Tag verschieben Sie mit sechs Baukasten-Tagen Aufträge im Wert von gut 2.600 bis 5.500 €. Die vollständige Gegenüberstellung mit allen laufenden Posten habe ich im Ratgeber was eine Webseite wirklich kostet aufgeschrieben.
Dazu kommt die Pflege. Updates einspielen, Datensicherung prüfen, ab und zu Inhalte aktualisieren: ein bis zwei Stunden im Monat, dauerhaft.
Für wen die Eigenleistung tatsächlich aufgeht
Es gibt Fälle, in denen ich selbst zum Selbermachen rate. Wenn Sie gerade gegründet haben und jeder Euro in Werkzeug und Fahrzeug steckt, ist eine einfache eigene Seite besser als gar keine. Dasselbe gilt, wenn Ihre Auftragsbücher ohnehin voll sind und die Seite nur dafür sorgen soll, dass Interessenten Ihre Nummer finden.
Zwei Dinge sollten Sie dann trotzdem tun. Registrieren Sie die Domain auf Ihren eigenen Betrieb, nicht auf den Namen des Anbieters. Und ersetzen Sie die Vorlagentexte durch eigene Sätze, auch wenn sie holprig klingen. Ein echter Satz über Ihre Arbeit wirkt stärker als ein glatter Blindtext.
Auf einen Blick
Webseite selber machen oder vom Profi erstellen lassen?
- Die Seite soll vor allem Ihre Nummer zeigen Baukasten genügt
- Technikwissen da, Zeit für Updates auch WordPress selbst
- Die Seite soll Anfragen bringen Webdesigner beauftragen
Welche Risiken entstehen, wenn ich meine Website selbst erstelle?
Drei Risiken werden beim Selbermachen regelmäßig übersehen, und alle drei kosten im Ernstfall mehr als die Seite selbst.
Was eine Abmahnung wegen Impressum oder Datenschutz wirklich kostet
Weniger, als überall behauptet wird, aber der Schreck sitzt trotzdem. Jede gewerbliche Webseite in Deutschland braucht ein vollständiges Impressum nach dem Digitale-Dienste-Gesetz, eine Datenschutzerklärung nach der Datenschutz-Grundverordnung und einen sauberen Umgang mit Cookies.
Kommt eine Abmahnung wegen Impressum oder Datenschutz von einem Mitbewerber, bleiben dessen Anwaltskosten bei ihm, dafür sorgt eine gesetzliche Kostenbremse. Kommt sie von einem Verband oder einer Kammer, wird eine Aufwandspauschale im niedrigen dreistelligen Bereich fällig. Richtig unangenehm wird es bei der Behörde: Ein fehlerhaftes Impressum ist eine Ordnungswidrigkeit, für die theoretisch bis zu 50.000 € Bußgeld möglich sind. Bei einem Handwerksbetrieb passiert das selten. Ausgeschlossen ist es nicht. Welche Post tatsächlich gefährlich ist und welche Sie gelassen nehmen können, steht im Ratgeber zur Abmahnung wegen der Webseite.
Bilder und Schriften, die teuerste Falle beim Selbermachen
Hier wird es wirklich teuer. Ein Foto aus der Google-Bildersuche kostet Sie im Ernstfall rund 500 € Anwaltskosten plus etwa 250 € Lizenzschaden je Bild. Bei drei fremden Fotos auf der Referenzseite sind Sie schnell bei rund 1.250 €, und wenn Sie den Urheber nicht genannt haben, verdoppelt sich der Lizenzschaden in vielen Urteilen.
Dasselbe gilt für Schriften. Lädt Ihre Seite die Schriftarten direkt von einem fremden Server nach, wandert bei jedem Aufruf die Adresse Ihres Besuchers dorthin, ohne dass er gefragt wurde. Beides passiert beim Selbermachen fast immer aus Versehen, weil eine Vorlage es so mitbringt und niemand hinter die Kulissen schaut.
Achtung
Prüfen Sie vor dem Livegang jedes einzelne Bild: Haben Sie es selbst fotografiert oder eine Lizenz dafür gekauft? Wenn Sie bei einem Bild zögern, nehmen Sie es lieber heraus.
Wem gehört Ihre Seite, wenn sie im Baukasten steht?
Die Inhalte gehören Ihnen, das System nicht. Solange Sie zahlen, läuft alles. Kündigen Sie, ist die Seite offline, und mitnehmen können Sie nur Texte und Fotos. Bei manchen Anbietern läuft außerdem die Domain über deren Konto, und dann hängt sogar Ihre E-Mail-Adresse mit drin.
Deshalb gilt bei jedem Weg dieselbe Regel. Domain und Hosting laufen auf Ihren Betrieb, mit Ihren Zugangsdaten. Ich halte das genauso. Sie bekommen die Zugänge, ich arbeite damit. Wenn Sie sich morgen für jemand anderen entscheiden, nehmen Sie alles mit.
Website selber machen oder Profi
Was bleibt bei Ihnen?
Auch beim Profi machen Sie einen Teil selbst. Nur einen anderen, als die meisten erwarten.
Fotos, Zahlen und Wissen kommen von Ihnen
Was niemand für Sie erfinden kann, sind die Inhalte aus dem Betrieb. Fotos von fertigen Arbeiten, gern vom Handy und ehrlich statt gestellt. Die Leistungen, die Sie tatsächlich anbieten, und die, auf die Sie bewusst verzichten. Ihr Einzugsgebiet. Und die drei Fragen, die Kunden Ihnen am Telefon immer wieder stellen. Rechnen Sie dafür mit ein bis zwei Stunden Gespräch und einem Nachmittag Fotos sortieren.
Genau da bleiben Projekte übrigens am häufigsten hängen. Selten an der Technik, meistens daran, dass die guten Fotos noch auf dem alten Handy liegen.
Texte, Technik und Google übernehme ich
Sie bekommen von mir die Texte. Ich schreibe sie aus dem, was Sie mir im Gespräch erzählt haben, und Sie lesen gegen und korrigieren. Dazu kommen Struktur, Gestaltung, die technische Umsetzung, die Darstellung auf dem Handy, die rechtlichen Pflichtseiten und die Grundlage dafür, dass Sie bei Google gefunden werden.
Knapp die Hälfte aller Seitenaufrufe in Deutschland kommt inzwischen vom Handy, der Rest im Wesentlichen vom Rechner. Für Ihren Betrieb heißt das: Die Seite muss auf beiden Geräten sauber funktionieren, und der Anruf-Knopf gehört nach oben, wo der Daumen ihn ohne Suchen trifft.
Das kommt von Ihnen
- Fotos von fertigen Arbeiten
- Ihre Leistungen und Ihr Einzugsgebiet
- Die häufigsten Kundenfragen
- Ein bis zwei Stunden Gespräch
Das übernehme ich
- Texte, Struktur und Gestaltung
- Technik und Darstellung auf dem Handy
- Impressum und Datenschutzerklärung
- Grundlage für Google
Was kostet eine professionelle Webseite, und ab wann rechnet sie sich?
Eine vollständige Firmenwebseite gibt es ab 2.000 €. Ob sich das lohnt, hängt an einer einzigen Zahl: was ein durchschnittlicher Auftrag bei Ihnen einbringt.
Was kostet eine Webseite vom Webdesigner in Sachsen?
Bei mir beginnt eine komplette Webseite ab 2.000 €, mit Strategie, Texten, Technik und rechtlicher Absicherung. Zum Vergleich der Markt: Marktübersichten für 2026 nennen für Freelancer eine Spanne von etwa 800 bis 5.000 €, für Agenturen rund 4.000 bis 20.000 €. Die Unterschiede kommen fast immer aus dem Umfang, also aus der Zahl der Unterseiten und daraus, wer die Texte schreibt.
Für Betriebe in Sachsen kommt ein Hebel dazu. Bildet Ihre Webseite digitale Geschäftsprozesse ab, etwa eine Online-Terminbuchung oder eine Kundenverwaltung, greift der EFRE-Digitalisierungszuschuss mit bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Was dafür gilt und wie der Antrag läuft, steht im Ratgeber zu den Fördermitteln für Webseiten in Sachsen. Für eine reine Info-Seite ohne Zusatzfunktionen gibt es dieses Geld allerdings nicht.
Ab wann sich der Profi rechnet
Nehmen Sie Ihren durchschnittlichen Auftragswert und teilen Sie 2.000 € dadurch. Das Ergebnis ist die Zahl der Aufträge, die die Seite über ihre gesamte Lebensdauer bringen muss, damit sie sich trägt.
Bei einem Malerbetrieb mit 3.000 € Durchschnittsauftrag ist das weniger als ein Auftrag. Bei einem Elektriker mit 800 € Durchschnittsauftrag sind es zweieinhalb. Eine ordentlich erstellte Seite läuft drei bis fünf Jahre. In diesem Zeitraum reden wir also über einen Auftrag alle zwei Jahre, ab dem sich die Sache gedreht hat.
Die Rechnung geht allerdings nur auf, wenn die Seite gefunden wird und Besucher zum Anrufen bringt. Genau daran scheitern die meisten Seiten aus Eigenregie, und genau da liegt der Unterschied. Wenn Sie wissen wollen, wie das für Ihr Gewerk aussieht: Ich erstelle Webseiten für Handwerksbetriebe in Sachsen und rechne vorher durch, ob sich der Aufwand für Sie überhaupt lohnt.
Fazit
Ihre Zeit ist Ihr wertvollstes Werkzeug
„Webseite selber machen oder Profi?“ ist im Kern eine Frage der Prioritäten. Ihre Arbeitszeit hat einen Preis, und den zahlen Sie in jedem Fall. Entweder in Euro an einen Dienstleister oder in Abenden, die Sie am Rechner statt im Betrieb oder bei der Familie verbringen.
Wer technisch versiert ist, Freude an digitalen Projekten hat und die Seite als Visitenkarte versteht, kommt mit einem Baukasten gut zurecht. Wer über die Webseite regelmäßig Aufträge holen will, fährt mit einem Webdesigner aus der Region schneller, sicherer und am Ende meist günstiger.

